Diese Beschreibung wurde von John McLeod anhand von Informationen aus vielen verschiedenen Quellen zusammengestellt. Dazu gehören auch Beiträge von Kenneth Lu, Gary Chan, Tanya Shively, Patrick Corr, Wei-Hwa Huang, Anthony Kam, Sheryll May, Thais Moncrief, Todd Latta, Nicholas Cheung, Jim Harris, Kallen Group, Jonathan Dushoff, Tan Thor Jen, Jason Chan, Robert, Karl Boehnker, Harold Hutabarat, James und Erik Nelson und Ivan Ip.
Dieses Kletterspiel entstand wahrscheinlich in den Küstengebieten Chinas um 1980. Es wurde in Shanghai, Hongkong, Taiwan und auch auf den Philippinen und in Singapur populär und hat sich auch auf einige westliche Länder ausgebreitet. Es trägt mehrere verschiedene Namen:
Es gibt viele Varianten dieses Spiels. Zuerst wird die Grundform dieses Spiels beschrieben, wie es in China gespielt wird.
Am besten eignet sich das Spiel für vier Spieler, die jeweils für sich selbst spielen. (Es sind auch drei oder zwei Spieler möglich – die notwendigen Veränderungen werden später dargestellt.)
Es wird das Standardkartenspiel mit 52 Karten verwendet. Die Karten bilden vom höchsten bis zum niedrigsten Wert die folgende Reihenfolge: 2-A-K-D-B-10-9-8-7-6-5-4-3. Es gibt auch eine bestimmte Reihenfolge der Farben – vom höchsten bis zum niedrigsten Wert: Pik, Herz, Kreuz, Karo (siehe aber Varianten).
Das Ziel des Spiels besteht darin, als Erster alle Karten loszuwerden, indem sie ausgespielt werden. Die Karten können einzeln oder in bestimmten Kombinationen gespielt werden. Wenn Sie schon nicht der Erste sein können, der alle Karten ausgespielt hat, besteht das Ziel darin, so wenige Karten wie möglich zu haben, wenn ein anderer Spieler fertig geworden ist.
Es gibt vier Möglichkeiten des Ausspiels: Einzelkarten, Paare, Drillinge und Gruppen aus fünf Karten.
Eine Kombination kann nur von einer besseren Kombination mit derselben Anzahl Karten geschlagen werden: eine Einzelkarte kann also nur von einer Einzelkarte, ein Paar von einem besseren Paar und ein Drilling von einem besseren Drilling geschlagen werden. Zum Beispiel können Sie nicht einen Drilling verwenden, um ein Paar zu schlagen, oder einen Straight, um einen Drilling zu schlagen. Jedoch kann eine Gruppe aus fünf Karten von einer Gruppe aus fünf Karten eines stärkeren Typs geschlagen werden – jeder Flush schlägt jeden Straight, jedes Full House schlägt jeden Straight oder Flush, jeder Vierer mit fünfter Karte schlägt jeden Straight, jeden Flush oder jedes Full House und jeder Straight Flush schlägt jede Gruppe aus fünf Karten jedes anderen Typs.
Beachten Sie, dass die spielbaren Kombinationen den Poker-Blättern zwar ähneln, aber trotzdem bedeutende Unterschiede vorhanden sind. Zum Beispiel gibt es die Kombination "zwei Paare" nicht und obwohl ein Vierer erst mit einer fünften Karte eine gültige Kombination ist, kann ein Drilling nicht von Zusatzkarten begleitet werden (es sei denn, mit diesen Karten wird der Drilling zu einem Quad oder einem Full House).
Das Geben und Ausspielen der Karten erfolgen normalerweise entgegen dem Uhrzeigersinn. Ein beliebiger Spieler kann als erster geben. Der Gewinner eines Blatts ist gleichzeitig auch der nächste Geber. Die Karten werden vom Geber gemischt und vom Spieler rechts neben dem Geber abgehoben.
Nach dem Abheben deckt der Geber eine Karte auf, um zu bestimmen, wer bei Austeilen die erste Karte erhält. Dazu wird der obere Teil des Stapels angehoben und die unterste Karte des angehobenen Teils offen gezeigt. Der angehobene Teilstapel wird so auf den unteren Teilstapel gelegt, dass bei diesem zweiten "Abheben" die Reihenfolge der Karten im Stapel nicht verändert wird und die aufgedeckte Karte in der Mitte bleibt. Um zu ermitteln, wer die erste Karte erhält, zählen die Spieler, beginnend beim Geber in Spielrichtung so weit, bis der Wert der aufgedeckten Karte erreicht ist. Wenn dies ein Ass, eine 5, eine 9 oder ein König wäre, würde der Geber die erste Karte erhalten. Bei einer 2, 6 oder 10 würde der Spieler rechts neben dem Geber die erste Karte erhalten. Bei einer 3, einer 7 oder einem Buben würde der Spieler, der dem Geber gegenüber sitzt, die erste Karte erhalten. Und bei einer 4, 8 oder Dame würde der Spieler links neben dem Geber die erste Karte erhalten.
Der Geber beginnt bei dem Spieler, der nach dem obigen Verfahren ermittelt wurde, und teilt die Karten einzeln entgegen dem Uhrzeigersinn aus. Es werden alle Karten verteilt. Damit hat jeder Spieler ein Blatt von 13 Karten, die er sich ansehen und sortieren kann.
Der Spieler, der die Karo Drei hat, beginnt. Er muss diese Karte entweder einzeln oder als Teil einer zulässigen Kombination ausspielen. Danach spielt der Spieler rechts neben diesem Spieler seine Karte aus usw. Wenn Sie an der Reihe sind, müssen Sie entweder aussetzen (indem Sie keine Karte spielen) oder die liegenden Karten schlagen, indem Sie eine höhere Kombination mit der selben Anzahl Karten ausspielen. Bei allen Auslagen müssen die Karten aufgedeckt in Form eines Haufens in der Mitte auf den Tisch gelegt werden. Dies setzt sich rundenweise solange fort, bis alle außer einem Spieler nacheinander aussetzen oder kein Spieler in der Lage oder willens ist, die letzte Auslage zu schlagen. Wenn dies geschieht, wird der Haufen mit den ausgespielten Karten beiseite gelegt (oft lassen die Spieler einfach alle ausgespielten Karten aufgedeckt als Haufen auf dem Tisch liegen). Der Spieler, der die höchste Auslage ausgespielt hatte (alle anderen Spieler hatten ausgesetzt), beginnt erneut und spielt eine einzelne Karte oder eine zulässige Kartenkombination aus.
Sie haben nicht die Pflicht, eine Karte oder Kartenkombination zu schlagen, nur weil Sie es könnten – Sie können immer entscheiden, auszusetzen und die hohen Karten für eine bessere Gelegenheit aufzuheben. Auch wenn Sie aussetzen, dürfen Sie, wenn Sie das nächste Mal wieder an der Reihe sind, wie gewohnt Karten ausspielen.
Beispiel: In einer späten Phase eines Spiels beginnt Süd mit einer 4, Ost schlägt sie mit einem Buben, Sie (Nord) setzen aus, West spielt ein Ass, Süd und Ost setzen aus. Da Sie vermuten, dass West durch Ausspielen aller restlichen Karten gewinnen kann, wenn Sie aussetzen, spielen Sie jetzt Ihre
2, die Sie bisher zurückgehalten haben.
Jeder Spieler darf jederzeit wissen, wie viele Karten die anderen Spieler auf der Hand haben – wenn Sie gefragt werden, müssen Sie wahrheitsgemäß antworten.
Der Spieler, der zuerst alle seine Karten ausgespielt hat, hat gewonnen. Sobald dies geschieht, ist das Spiel beendet und es wird ausgewertet, wie viel die Spieler noch auf der Hand haben. (Die anderen Spieler haben keine Chance mehr, Karten loszuwerden, indem Sie die vom Gewinner zuletzt gespielte Auslage schlagen.)
Die Spieler außer dem Gewinner erhalten für die Karten, die sie noch auf der Hand haben, Strafpunkte. Wenn Sie am Ende des Spiels noch maximal 9 Karten haben, gibt es einen Strafpunkt pro Karte, bei 10, 11 oder 12 Karten zwei Strafpunkte pro Karte und bei allen 13 Karten drei Strafpunkte pro Karte (also 39 Punkte), weil Sie überhaupt noch keine Karte ausgespielt hatten. Da der Gewinner keine Karten mehr hat, erhält er auch keine Strafpunkte.
Bei diesem Spiel wird häufig um Geld gespielt. In diesem Fall müssen sich die Spieler bei Spielbeginn über den Einsatz (zum Beispiel 1 Euro pro Punkt) einigen. Ganz zum Schluss rechnen die Spieler paarweise entsprechend der Differenz zwischen ihren Punktständen miteinander ab. Wenn um Geld gespielt wird und der Spieler direkt nach Ihnen nur noch eine Karte hat, sollten Sie zumindest die folgenden Maßnahmen treffen, um ihm den Sieg so schwer wie möglich zu machen:
Es gibt eine Unzahl Varianten von Big Two – eigentlich habe ich keine zwei unabhängigen Beschreibungen der Regeln gesehen, die vollständig übereinstimmen.
Auf einer chinesischen Website (GameSky – leider nicht mehr existent) wurden die Namen Da Lao Er und Bu Bu Gao Sheng für ein Spiel verwendet, das von dem hier beschriebenen Spiel, das dort Choi Dai Dee hieß, leicht abweicht. Gemäß dieser Website gibt es in Dao Lao Er oder Bu Bu Gao Sheng keinen Flush und ein Full House kann verwendet werden, um einen Straight zu schlagen. Ein Vierer oder ein Straight Flush kann jederzeit gespielt werden, um jede beliebige Kombination zu schlagen. Wenn ein Spieler gewonnen hat, erhalten die anderen Spieler einen Punkt pro Karte, wenn sie noch maximal 10 Karten haben, und 2 Punkte pro Karte, wenn sie noch 11 oder mehr Karten haben.
Manchmal wird im Uhrzeigersinn gespielt. Wahrscheinlich ist dies vor allem in Amerika üblich, da dies dort bei praktisch allen Kartenspielen so ist. Harold Hutabarat hat berichtet, dass das Spiel im Uhrzeigersinn in Indonesien üblich ist. Manchmal wird nach jedem Blatt die Spielrichtung gewechselt, wodurch der Nachteil oder Vorteil, direkt nach einem bestimmten Gegner an der Reihe zu sein, kompensiert wird. (Der Spieler, der direkt nach einem schwachen Spieler an der Reihe ist, ist im Vorteil.)
Manche Gruppen verzichten darauf, zu entscheiden, wer beim Austeilen die erste Karte erhält. Es wird einfach bei dem Spieler rechts neben dem Geber (bei Spielrichtung entgegen dem Uhrzeigersinn) begonnen und die letzte Karte erhält der Geber.
In vielen Gruppen gilt die Regel, dass der Spieler mit der niedrigsten Karte (normalerweise die
3) nach dem Austeilen die erste Karte ausspielt, nur für das allererste Spiel einer Sitzung. Danach spielt der Spieler die erste Karte aus, der das letzte Blatt gewonnen hat.
Manchmal wird so gespielt, dass, wenn der Spieler mit der niedrigsten Karte beginnt, diese niedrigste Karte nicht unbedingt in der ersten Auslage enthalten sein muss.
Manchmal wird auch so gespielt, dass der letzte "Verlierer" die erste Karte ausspielt, also der Spieler, der am Ende des vorherigen Spiels noch die meisten Karten auf der Hand hatte. Wenn mehrere Spieler noch gleich viele Karten hatten, dann müssen diese Spieler ihre Karten aufdecken und aus ihren Karten eine spielbare Kombination aus so vielen Karten wie möglich bilden. Der Spieler, der beim nächsten Spiel austeilt und beginnt, ist dann der Spieler, dessen Kombination die geringste Anzahl Karten enthält. Bei gleicher Anzahl der Karten ist der Spieler mit der schwächsten Kombination an der Reihe.
In Indonesien wird dieses Spiel in "Runden" aus zehn Einzelspielen gespielt. Dabei wird nur das erste Einzelspiel mit der
3 begonnen. Bei den restlichen neun Spielen beginnt der Gewinner des vorherigen Spiels. Er kann mit jeder zulässigen Karte oder Kombination beginnen. Nach jeder Runde (10 Spiele) werden alle Karten verdeckt auf den Tisch gelegt und jeder Spieler zieht eine Karte. Wer die höchste Karte gezogen hat, mischt die Karten und teilt aus. Der Spieler mit der
3 beginnt das erste Spiel in dieser neuen Runde.
Im Spiel "Pusoy Dos", das auf den Philippinen gespielt wird, gilt für die Farben die Rangfolge Karo, Herz, Pik, Kreuz (von oben nach unten). In diesem Fall ist es der Spieler mit der
3 (also nicht die
3), der beginnt.
Einige Spieler in Taiwan und einige wenige in Hongkong tauschen Kreuz und Karo, sodass sich die Reihenfolge Pik (höchster Wert), Herz, Karo, Kreuz (niedrigster Wert) ergibt – wie beim Bridge. In diesem Fall beginnt die
3.
Manchmal wird so gespielt, dass die Kartenfolge A-2-3-4-5 den höchsten Wert hat und nicht den Straight oder Straight Flush mit dem niedrigsten Wert darstellt. Manchmal wird so gespielt, dass die Kartenfolge 2-3-4-5-6 den höchsten Wert hat und die Kartenfolge A-2-3-4-5 schlägt, die wiederum die Kartenfolge A-K-D-B-10 schlägt. Manchmal wird so gespielt, dass die Kartenfolge 2-3-4-5-6 den höchsten Wert, aber die Kartenfolge A-2-3-4-5 den niedrigsten Wert hat.
Manchmal wird so gespielt, dass die Kartenfolge A-2-3-4-5 überhaupt nicht als gültiger Straight oder Straight Flush zugelassen ist. Manchmal wird so gespielt, dass Zweien in diesen Kombinationen den höchsten Wert haben. Dann wäre die Kartenfolge 2-A-K-D-B gültig und der höchste Straight oder Straight Flush und die Kartenfolge 6-5-4-3-2 hätte den niedrigsten Wert. Und manchmal wird so gespielt, dass die Kartenfolge 6-5-4-3-2 den zweithöchsten Wert zwischen 2-A-K-D-B und A-K-D-B-10 hat.
Manchmal wird einfach so gespielt, dass bei einem Straight und Straight Flush die Karten nach ihren Werten von 2 (höchster Wert) bis 3 (niedrigster Wert) geordnet sind und damit die Zweien und Dreien nicht direkt aufeinander folgen. Dann wäre die Kartenfolge 2-A-K-D-B der höchste und die Kartenfolge 7-6-5-4-3 der niedrigste Straight. Karl Boehnker hat berichtet, dass dies die gebräuchlichste Version in Hongkong ist.
In Indonesien schlägt ein Straight, der eine Zwei enthält (A-2-3-4-5 und 2-3-4-5-6) jeden anderen Straight, und bei einem Vergleich dieser beiden Kartenfolgen entscheidet die Farbe der Zwei (
A-
2-
3-
4-
5 schlägt
2-
3-
4-
5-
6 und diese Kartenfolge schlägt
A-
2-
3-
4-
5).
Manchmal wird so gespielt, dass der Wert eines Flushs vom Wert seiner höchsten Karte bestimmt wird. Die Farbe ist nur dann relevant, wenn die höchsten Karten gleich sind. Also gilt zum Beispiel:
2-
B-
7-
5-
3 schlägt
A-
B-
10-
7-
6 und diese Kartenfolge schlägt
A-
K-
B-
9-
8. Dies ist die übliche Version, die in Hongkong gespielt wird.
Manchmal werden zuerst alle Werte von der höchsten Karte aus abwärts verglichen, wie beim Poker. Nur, wenn alle fünf Werte gleich sind, bestimmt die Farbe der höchsten Karte, welcher Flush höher ist. Nach dieser Methode gilt:
A-
K-
B-
9-
8 schlägt
A-
B-
10-
7-
6, da der König höher ist als der Bube.
Manchmal wird so gespielt, dass nur ein Royal Flush (A-K-D-B-10) einen Vierer schlagen kann. Jeder Vierer schlägt jeden anderen Straight Flush. Also gilt:
A-
K-
D-
B-
10 schlägt
2-
2-
2-
2-
6 und diese Kartenfolge schlägt
3-
3-
3-
3-
8 und diese Kartenfolge schlägt
K-
D-
B-
10-
9.
Manchmal wird ohne Drilling und Flush gespielt. Dazu liegt ein Bericht aus Singapur (Gary Chan) und ein Bericht aus Taiwan (Todd Latta) vor. Damit können nur Einzelkarten, Paare und Kombinationen aus 5 Karten gespielt werden, wobei als Kombinationen aus 5 Karten nur Straight, Full House, Vierer und Straight Flush möglich sind.
Manchmal wird es erlaubt, dass ein Vierer einzeln, also ohne fünfte Karte, gespielt werden kann. In diesem Fall stellen die Vieren eine Kombination eines separaten Typs dar, die nur niedrigere Vieren schlagen und von höheren Vieren geschlagen werden kann.
Ein Honneur-Blatt ist ein Vierer mit Zusatzkarte oder ein Straight Flush. Manchmal wird es erlaubt, dass ein Honneur-Blatt nicht nur ein niedrigeres Blatt aus 5 Karten sondern auch Einzelkarten, Paare oder Drillinge schlägt. Jonathan Dushoff hat berichtet, dass diese Variante in Lukang (Zentral-Taiwan) gebräuchlich ist.
In der Version von Todd Latta wird ein Straight Flush mit zwei beliebigen Zusatzkarten gespielt, wodurch eine Kombination aus sieben Karten entsteht. Ein Vierer mit Zusatzkarte oder ein Straight Flush mit zwei Zusatzkarten kann gespielt werden, um jede beliebige Einzelkarte oder Kombination zu schlagen. Ein Vierer mit Zusatzkarte kann nur von einem höheren Vierer mit Zusatzkarte oder einem Straight Flush mit zwei Zusatzkarten geschlagen werden und ein Straight Flush mit zwei Zusatzkarten wird nur von einem höheren Straight Flush mit zwei Zusatzkarten geschlagen.
In Hongkong wird manchmal so gespielt, dass ein Spieler, der einen Drachen erhalten hat, also eine Karte jedes Wertes: A-2-3-4-5-6-7-8-9-10-B-D-K, das Spiel sofort gewonnen hat. Für alle anderen Spieler werden die Punkte so ermittelt, als hätten sie keine Karte ausgespielt (39 Strafpunkte).
In Indonesien ist es einem Spieler, der ausgesetzt hat, nicht erlaubt, in nachfolgenden Runden desselben Stichs Karten auszuspielen. Nach dem Aussetzen können Sie erst dann wieder Karten ausspielen, wenn bei einer Karte oder Kombination alle Spieler ausgesetzt haben und das Spiel neu begonnen hat. Wenn Sie eine Karte oder Kombination ausspielen, die von keinem anderen Spiele geschlagen wird, dürfen Sie Ihre eigenen Karten schlagen. In diesem Fall darf kein Spieler ihre zweite Auslage schlagen, da bei Ihrer ersten Auslage alle Spieler ausgesetzt hatten. Beispiel: Sie haben 3-3-8-8-10-10. Sie spielen zuerst Ihre 3-3 aus und der zweite Spieler, der 2-2 und keine weiteren Paare hat, entscheidet, diese hohen Karten nicht zu verschwenden. Die anderen zwei Spieler setzen ebenfalls aus. Nun können Sie Ihre 8-8 spielen. Und da der Spieler mit der 2-2 nicht ausspielen darf, weil er ausgesetzt hatte, gewinnen Sie mit Ihrer 10-10.
Manchmal wird gefordert, dass ein Spieler, der nur noch eine Karte hat, dies ansagen muss.
Manchmal wird gefordert, dass Sie, wenn Sie direkt vor einem Spieler an der Reihe sind, der nur noch eine Karte hat, Ihre höchste Einzelkarte oder eine Kombination aus mehreren Karten ausspielen müssen. (Dies könnte Ihren Interessen widersprechen. Vielleicht wollten Sie eigentlich dem Spieler nach Ihnen helfen, zu gewinnen, um einem weiteren Spieler, der noch sehr viele Karten hat, zu schaden.)
In Indonesien muss es ein Spieler ansagen, wenn er nur noch zwei Karten oder nur noch eine Karte hat. Der nächste Spieler unterliegt dann aber keinen Einschränkungen.
Manchmal wird das Spiel nicht beendet, wenn ein Spieler keine Karten mehr hat. Stattdessen setzen die anderen Spieler das Spiel so fort, dass sie aussteigen, sobald sie keine Karten mehr haben, bis nur noch ein Spieler übrig ist. Wenn die letzte Karte (oder Kombination) eines Spielers nicht von einem anderen Spieler geschlagen wird, ist der nächste Spieler nach dem Spieler, der gerade fertig geworden ist, an der Reihe, mit einer gültigen Auslage zu beginnen.
Manchmal wird so gespielt, dass nur der Gewinner Geld von den anderen drei Spielern erhält, wobei die Anzahl der Karten, die sie noch haben, zugrunde gelegt wird. Zwischen den Verlierern fließt kein Geld.
Manchmal wird so gespielt, dass die Verdopplung der Punktzahl für den Besitz von 10 oder mehr Karten am Ende des Spiels nur für den Spieler gilt, der die erste Karte ausgespielt hatte.
Manchmal wird mit größeren Strafen gespielt – doppelter Punktwert, wenn Sie noch 8 oder 9 Karten haben, dreifacher Wert bei 10 bis 12 Karten und vierfacher Wert bei 13 Karten.
Manchmal werden, wenn ein Spieler fertig wird, für jedes Blatt mit 8 oder mehr Karten doppelte Strafpunkte berechnet. Eine weitere Verdopplung erfolgt manchmal bei 10 oder mehr Karten (also 40 Punkte für 10 Karten, 44 für 11 und so weiter). Manchmal werden für jede Zwei, die ein Spieler am Ende noch hat, die Strafpunkte noch einmal verdoppelt. Wenn Sie also am Ende noch neun Karten haben, unter denen zwei Zweien sind, verlieren Sie 9 x 2 x 2 x 2 = 72 Punkte.
Anthony Kam hat von einer wahrscheinlich sehr seltenen Variante berichtet, bei der die Differenz zwischen der Anzahl der Karten, die die einzelnen Spieler noch haben, bestimmt, ob die Zahlung zwischen den betreffenden zwei Spielern verdoppelt wird. Wenn zum Beispiel mit einer Verdopplung der Zahlungen bei 9 bis 11 Karten gespielt wird, würde ein Spieler mit 10 Karten 20 Einheiten an den Gewinner, aber nur 8 Einheiten an einen Spieler mit zwei Karten zahlen (da 10 minus 2 kleiner als 9 ist).
Manchmal wird der Punktwert vereinfacht, indem einfach ein Punkt pro Karte (ohne Verdopplung) angerechnet wird. Leider verringert dies den Anreiz, ein Risiko einzugehen, um einen Spieler, der noch sehr viele Karten hat, zu erwischen.
Manchmal wird so gespielt, dass, wenn die letzte Auslage des Gewinners nur aus Zweien (eine Zwei, ein Paar Zweien oder sogar drei Zweien) besteht, die Strafpunkte für die anderen Spieler verdoppelt werden.
Manchmal werden die Strafpunkte ermittelt, indem die Werte der Karten, die die Spieler noch haben, addiert werden. Es gelten zum Teil sehr unterschiedliche Werte. In einigen Gruppen gibt es für die Zahlenkarten 2 bis 10 jeweils 1 Punkt, für Buben, Damen und Könige 2 Punkte, für Asse 3 Punkte und für Zweien 4 Punkte. Manchmal werden 1 Punkt für eine Drei, 2 für eine Vier, 3 für eine Fünf und so weiter bis zu 11 Punkten für einen König, 12 für ein Ass und 13 für eine Zwei angesetzt. Für einen Spieler, der 10 oder mehr Karten hat, werden diese Strafpunkte verdoppelt.
Jonathan Dushoff hat von einer in Taiwan gespielten Version berichtet, bei der der Gewinner vom Verlierer lediglich einen festen Betrag erhält. Welcher Spieler der Verlierer ist, wird anhand der restlichen Karten der Spieler ermittelt, die nicht gewonnen haben:
Das philippinische Spiel Pusoy Dos wird normalerweise nicht mit Strafpunkten sondern mit Pluspunkten gespielt. Der Gewinner (der Spieler, der zuerst keine Karten mehr hat) erhält normalerweise 1 Punkt und die anderen Spieler erhalten keinen Punkt. Wenn Sie aber gewonnen haben und Ihre letzte Auslage eine Zwei enthält, erhalten Sie 2 Punkte. Bei zwei Zweien erhalten Sie 4 Punkte, bei drei Zweien 8 Punkte und bei allen vier Zweien 16 Punkte.
Wenn in der Version gespielt wird, bei der es weitergeht, bis nur noch ein Spieler Karten hat, erhält der Spieler, der zuerst keine Karten mehr hat, 5 Punkte, der zweite Spieler 3 Punkte, der dritte Spieler 1 Punkt und der letzte Spieler geht leer aus.
Harold Hutabarat hat berichtet, dass in Indonesien der folgende Punktwert verwendet wird:
| Vierer (außer vier Zweien): | -20 Punkte. |
| Straight Flush: | -40 Punkte |
| Vier Zweien: | -80 Punkte |
Ivan Ip hat berichtet, dass in der Standardversion, die in Hongkong gespielt wird, ein Flush entsprechend dem Wert der höchsten Karte verglichen wird. Der höchste Straight oder Straight Flush ist A-2-3-4-5, darauf folgen 2-3-4-5-6, T-B-D-K-A, 9-T-B-D-K und so weiter bis zu 3-4-5-6-7 (niedrigster Wert). B-D-K-A-2 ist nicht gültig. Ein Drache gewinnt sofort. Wenn Sie als letzte Karte eine einzelne
2 ausspielen, haben Sie nicht gewonnen. Ab dem zweiten Spiel beginnt der Gewinner des vorherigen Spiels.
An jeden Spieler werden siebzehn Karten ausgeteilt und die letzte Karte wird aufgedeckt in die Mitte des Tischs gelegt (laut einem Bericht wird diese letzte Karte verdeckt ausgeteilt). Der Spieler mit der Karo Drei nimmt diese Zusatzkarte in sein Blatt. Wenn die letzte verdeckte Karte die
3 ist, muss sie der Spieler nehmen, der die
3 hat. Der Rest des Spiels verläuft so wie in der Version für vier Spieler.
Manchmal wird so gespielt, dass ab dem zweiten Spiel direkt nach dem Austeilen der Verlierer des vorherigen Spiels seine höchste Karte dem Gewinner geben muss und dafür eine Karte erhält, die dieser Spieler nicht haben will. Diese Regel gilt nur für das Spiel mit drei Spielern.
Manchmal wird so gespielt, dass an jeden Spieler nur 13 Karten ausgeteilt werden. In diesem Fall beginnt der Spieler, der die niedrigste ausgeteilte Karte hat. Ein Spieler, der aussetzt, muss eine Karte aus dem Stock ziehen und in sein Blatt nehmen. Wenn der Stock aufgebraucht ist, kann das Spiel ohne Nachziehen weitergehen. In einigen Gruppen werden dann aber die ausgespielten Karten, die beiseite gelegt wurden, gemischt und als neuer Stock verwendet. Manchmal wird so gespielt, dass Sie, wenn Sie aussetzen, wenn eine Kombination aus Karten erforderlich wäre, nicht nur eine Karte sondern die Anzahl Karten ziehen müssen, die für die Kombination erforderlich gewesen wäre.
Normalerweise ist die Zahlung, die ein Spieler, der am Ende noch mehr als 13 Karten hat, pro Karte leisten muss, mit der Zahlung eines Spielers mit 13 Karten identisch: in der Regel 3 Punkte pro Karte.
In der Praxis werden unterschiedlich viele Karten ausgeteilt. Manchmal wird so gespielt, dass an jeden Spieler 17 Karten ausgeteilt und die restlichen 18 Karten unbenutzt beiseite gelegt werden. Manchmal wird auch so gespielt, dass jeder Spieler 21 Karten erhält und 10 Karten nicht verwendet werden, und manchmal so, dass jeder Spieler 13 Karten erhält und 26 Karten nicht verwendet werden. Das Spiel verläuft so wie in der Version für vier Spieler. Der Spieler, der die niedrigste ausgeteilte Karte hat, beginnt.
Manchmal wird so gespielt, dass ein Spieler, der aussetzt, eine oder mehrere Karten ziehen muss, wie es auch in der entsprechenden Variante des Spiels für drei Spieler vorgesehen ist.
Beschreibungen des Spiels und Varianten.
Software und Onlinespiele