Es gibt viele Arten des Spiels "Poker", aber ein unverzichtbarer Bestandteil des Pokerns ist der Einsatz. Auf dieser Seite wird der Einsatz im Spiel "Poker" und der darauf folgende Showdown etwas genauer beschrieben. Dabei wird Vertrautheit mit den Grundlagen des Spiels "Poker" vorausgesetzt, wie sie zum Beispiel auf der Seite Regeln des Spiels "Poker" dargestellt sind. Die speziellen Regeln für bestimmte Poker-Varianten werden auf der Seite für die betreffende Variante behandelt.
Poker wird manchmal mit Geld auf dem Tisch gespielt; der Einfachheit halber wird aber meistens mit Wertmarken gespielt, die hier als Poker-Chips bezeichnet werden. Traditionell gibt es diese Chips in drei unterschiedlichen Farben: weiße Chips mit dem geringsten Wert, rote Chips mit dem fünffachen Wert der weißen Chips und blaue Chips, die in ihrem Wert 5 roten bzw. 25 weißen Chips entsprechen. Diese Quoten können den Anforderungen des jeweiligen Spiels angepasst werden. Heutzutage gibt es Chipsätze mit noch differenzierteren Stückelungen und entsprechenden Farben, zum Beispiel 1, 5, 10, 25 und 100. In manchen Sätzen sind auch Werte von 2, 20, 50 und darüber vorhanden. Im Allgemeinen werden diese Chips bei Spielen zu Hause vom Gastgeber und bei öffentlichen Veranstaltungen vom Veranstalter gestellt. Der Geldwert für 1 Einheit kann so festgelegt werden, wie er für das jeweilige Spiel am besten geeignet erscheint – zum Beispiel kann der 1-Chip dem Wert von 1 $ oder 1 £ oder 1€ oder einem beliebigen anderen Betrag entsprechen. Die Chips werden vom Spieler in der gewünschten Menge beim Gastgeber gekauft und, wenn der Spieler gehen möchte, mit demselben Kurs wieder eingelöst.
Manchmal wird Poker in Form eines Turniers gespielt, bei dem alle Spieler mit Chips mit demselben Wert beginnen. Die Spieler, die alle ihre Chips verloren haben, scheiden aus und das Spiel währt so lange, bis ein Spieler alle Chips gewonnen hat. Diese Form von Poker wird manchmal auch als Freezeout (wörtlich: "Hinausekeln") bezeichnet. Wenn sehr viele Spieler teilnehmen, kann das Spiel an mehreren Tischen beginnen. Nach dem Ausscheiden ihrer Gegner spielen die übrig gebliebenen Spieler schrittweise an immer weniger Tischen, wobei sie jeweils ihre Chips mitnehmen. Zum Schluss sitzen alle verbliebenen Spieler an einem Finaltisch und haben alle Chips zur Verfügung. Ein Nachteil bei diesen Turnieren besteht darin, dass die ausgeschiedenen Spieler zuschauen müssen, wie die anderen Spieler das Turnier zu Ende bringen, und es kann ziemlich lange dauern, bis nur noch ein Spieler übrig ist. Um das Spiel schneller zu Ende zu bringen, werden normalerweise die Einsätze (die Höhe der Blinds oder Mindesteinsätze) regelmäßig erhöht. Bei einem großen Turnier sollte nicht das gesamte Geld, das zu Beginn für die Chips bezahlt wurde, an nur einen Gewinner gehen. Besser ist es, die Gesamtsumme in Preise für den ersten, zweiten, dritten Platz und so weiter aufzuteilen, wobei den ersten Platz der Spieler belegt, der als letzter Spieler noch übrig ist.
Manchmal wird behauptet, Poker sei ein Spiel, das nur um Geld gespielt werden kann und sicherlich wäre ein Pokerspiel ohne den Anreiz von Gewinn oder Verlust einer grösseren oder kleineren Summe ziemlich langweilig und sinnlos. Es ist jedoch trotzdem möglich, Poker ohne Geld zu spielen, wenn die Spieler nur genug Interesse daran haben, wie viele Chips sie gewinnen oder verlieren. Dies wird zum Beispiel erreicht, wenn ein Turnier in der oben beschriebenen Art und Weise gespielt wird, die ersten Chips aber umsonst oder für ein geringes Entgelt erhältlich sind und als Preise kein Geld, sondern Dinge ausgelobt werden. Üblicherweise erhält der Spieler, der alle Chips gewonnen hat, den ersten Preis und für die Nächstplatzierten können kleinere Preise bereitgehalten werden. Der Wunsch, einen Preis zu gewinnen, kann durchaus Motivation genug sein, so lange wie möglich in einem Turnier zu bleiben und die eigenen Chips so zu behandeln, als wären sie wertvoll. Das Spiel läuft dann genau wie Poker um Geld ab, nur dass vielleicht die rechtlichen und moralischen Probleme, die manchmal mit dem Glücksspiel in Zusammenhang gebracht werden, nicht auftreten.
Pokerspieler unterscheiden sich vor allem in ihren Erwartungen an ein Spiel sehr stark und dies findet in den gewählten Varianten und Einsätzen seinen Niederschlag.
Beim einen Extrem gibt es Spieler, die Poker in erster Linie als gesellschaftlichen Zeitvertreib genießen. Ihnen genügt es, mit niedrigen Einsätzen zu spielen, die so hoch sind, dass das Spiel etwas Würze erhält, aber niedrig genug, dass sie sich deren Verlust problemlos leisten können. Oft ist für sie die Aufregung viel wichtiger, wenn sie gelegentlich ein besonders gutes Blatt haben oder eine unerwartete Wendung der Ereignisse erleben. Sie möchten einfach jede Menge Action, möglichst bei jedem Spiel. Solche Spieler ziehen es vor, um begrenzte Einsätze zu spielen, und neigen eher zu exotischen Varianten mit Wild Cards und anderen Neuerungen, die oft mit der "Dealer's Choice" Methode ausgesucht werden.
Am entgegengesetzten Ende des Spektrums finden sich professionelle Spieler, die mit dem Ziel spielen, Geld zu gewinnen. Sie finden ihre Befriedigung darin, ihre Chips kunstvoll einzusetzen und ihre Gegner zu überlisten. Wenn das erfordert, überwiegend abzuwerfen und nur selten ein Blatt wirklich zu spielen, ist das in Ordnung, solange der Profit stimmt. Sie sind stolz darauf, dass sie die Chancen genau kennen, die Stärken und Schwächen der anderen Spieler analysieren und dieses Wissen zu ihrem Vorteil nutzen können. Diese Spieler bleiben bei einer Sitzung in der Regel bei einer einzigen Pokervariante und streben den langfristigen Gewinn über viele Spiele hinweg an. Sie bevorzugen Spiele mit höheren Einsatzlimits, da dies mehr Raum für Können und Bluffs bietet.
Zwischen diesen Extremen in der Herangehensweise an das Spiel gibt es natürlich alle Arten von Spielern.
Den Einsatz beim Poker bezeichnen die Historiker auch als "Wetteifern", obwohl in der Praxis die Begriffe "wetteifern" und das "Wetteifern" im Kartenspiel überholt sind. Die Spieler wetteifern miteinander, indem sie darauf setzen, wer das beste Blatt auf der Hand hat. Die Einsätze werden gemacht, indem Chips in einen zentralen Bereich gegeben werden, der als Pot, Pool oder Kasse bezeichnet wird. In den meisten Versionen von Poker gibt es mehrere Einsatzrunden oder Einsatzintervalle, während denen das Geben oder andere Spielphasen pausieren und die einzelnen Spieler abwechselnd handeln – also entscheiden, ob sie einen Einsatz bringen oder nicht. Die Spieler, die mitgehen möchten, müssen die Einsätze der anderen Spieler mindestens halten. Dies sind die aktiven Spieler. Ein Spieler, der die Einsätze der anderen Spieler nicht halten möchte, kann abwerfen. In diesem Fall steigt er aus und hat keine Chance mehr, die Chips im Pot zu gewinnen. Normalerweise endet die Einsatzrunde, wenn die von allen aktiven Spielern gesetzten Gesamtbeträge gleich sind. Wenn nur noch ein Spieler aktiv ist, hat er automatisch den Pot gewonnen. Andernfalls geht der Pot nach der letzten Einsatzrunde an den aktiven Spieler, der das beste Blatt hat.
In einer Einsatzrunde handeln die aktiven Spieler nacheinander im Uhrzeigersinn. Es ist sehr wichtig, dass die Spieler nur dann handeln, wenn sie an der Reihe sind. Wenn Sie handeln, ohne an der Reihe zu sein, geben Sie Ihren Gegnern unnötig Informationen und die anderen Spieler können darauf bestehen, dass Sie diese Aktion ausführen, sobald Sie wirklich an der Reihe sind. Die folgenden Aktionen sind möglich.
In einer Einsatzrunde ist es ratsam, die Einsätze jedes Spielers getrennt von den Chips zu halten, die in vorherigen Einsatzrunden und in dieser Einsatzrunde von den anderen Spielern gesetzt wurden. Auf diese Weise lässt sich einfach feststellen, wie viel jeder Spieler gesetzt hat und wie viel gesetzt werden muss, um mitzugehen. Es gibt gute Pokertische, auf denen sich eine Grenzlinie für den Setzbereich befindet, die etwa 20 cm vor jedem Spieler verläuft. Diese Line trennt den persönlichen Bereich des Spielers, in dem sich dessen Karten und Chips befinden, vom gemeinsamen Bereich, in dem sich zum Beispiel der Pot, die abgeworfenen Karten und die Gemeinschaftskarten befinden. Alle Chips, die über diese Linie geschoben werden, gelten als in den Pot gegeben. Am Ende jeder Einsatzrunde werden die Chips im Pot in einem einzelnen Stapel zusammengelegt (oder in mehreren Stapeln, wenn mit Neben-Pots gespielt wird – siehe unten).
Man sollte bereits vor dem Pokern eine Vorstellung davon haben, wie hoch der Gewinn oder Verlust werden kann. Dies wird größtenteils durch die Einsatzlimits bestimmt, den Mindest- und Höchstbeträgen, die von den Spielern gesetzt werden dürfen. Für jedes Spiel gilt ein Mindestbetrag, der gesetzt werden kann. Dieser Betrag könnte zum Beispiel dem Wert des kleinsten Chips entsprechen. In manchen Spielen gilt auch ein fester Höchsteinsatz: Dies ist vor allem in Gesellschaftsspielen mit geringen Einsätzen die Regel.
In anderen Spielen gilt kein fester Höchsteinsatz. Der Höchsteinsatz kann entsprechend der Größe des Pots zum jeweiligen Zeitpunkt festgelegt werden, wodurch der Pot exponentiell anwächst. Es kann aber auch ohne Limit gespielt werden, sodass Sie alle Ihre Chips auf einmal setzen können, wenn Sie dies möchten. Spiele mit höheren Limits oder ohne Limit bieten mehr Raum für das Bluffen: Selbst wenn Sie vermuten, dass ein Mitspieler blufft, könnte es zu teuer sein, mitzugehen und dies aufzudecken.
In den meisten Spielen werden die Einsätze auf den Wert der Chips begrenzt, die vor Ihnen auf dem Tisch liegen. Während das Bieten läuft, dürfen Sie keine zusätzlichen Chips kaufen (oder einfach weiteres Geld aus der Tasche ziehen), um weiter setzen zu können. Dies wird auch Spielen um Tischeinsätze genannt. Welche Folgen es genau hat, wenn einem Spieler die Chips ausgehen, ist ziemlich kompliziert und wird weiter unten im Abschnitt Tischeinsätze beschrieben. Diese Details werden beim Spielen ohne festen Höchsteinsatz wichtig, da dort beim Bieten leicht der Punkt erreicht werden kann, an dem alle Chips eines Spielers im Pot liegen. In Spielen mit relativ geringem Höchsteinsätzen ist es weniger wahrscheinlich, dass einem Spieler die Chips komplett ausgehen.
Normalerweise sind die folgenden Strukturen beim Einsatz wie folgt:
Es sind noch weitere Strukturen möglich, wie zum Beispiel Half Pot Limit, bei dem der Höchsteinsatz der Hälfte des Betrags entspricht, den der Pot enthalten würde, wenn Sie mitgehen.
Manche Online-Pokerräume (wie zum Beispiel PokerStars und Full Tilt Poker) ermöglichen die Teilnahme an gedeckelten Pot-Limit-Spielen und Spielen ohne Limit, bei denen ein Höchstbetrag gilt, den ein Spieler in einer Hand setzen kann. Dieser Betrag, der Cap, ist niedriger als der maximale Buy-In: in der Regel wird er auf etwa 20 große Blinds festgesetzt. Alle Regeln für das Bieten bei normalen Pot-Limit-Spielen und Spielen ohne Limit sind weiterhin gültig mit der Einschränkung, dass ein Spieler, dessen Chips in ihrem Wert den Cap übersteigen, nur Chips maximal bis zum Cap setzen darf. Jeder Spieler, dessen Gesamteinsatz den Cap erreicht, wird so behandelt, als wäre er All-In.
Bei Fixed-Limit-Spielen und Spread-Limit-Spielen ist in der Regel die Anzahl der Erhöhungen in einer Einsatzrunde begrenzt. Das übliche Limit nach einem Einsatz sind drei Erhöhungen. In diesem Fall wird die dritte Erhöhung auch als Cap bezeichnet. Bei manchen Spielen gilt in den einzelnen Einsatzrunden ein unterschiedliches Limit.
Mit dieser Regel soll verhindert werden, dass sich zwei Spieler verbünden, indem sie viele kleine Erhöhungen nacheinander vornehmen, wodurch ein dritter Spieler, der gern im Pot bleiben würde, keine andere Möglichkeit mehr hätte als mitzugehen. Aus diesem Grund gilt das Limit normalerweise nicht, wenn nur noch zwei aktive Spieler übrig sind. In dieser "Heads-up"-Situation kann jeder der beiden Spieler die Serie der Erhöhungen ganz einfach beenden, indem er die letzte Erhöhung ansagt, weshalb der Schutz mit einem Limit unnötig ist.
Bei Spielen ohne festen Höchsteinsatz gibt es in der Regel für die Anzahl der Erhöhungen keine Einschränkung.
Bei offiziellen Spielen gilt generell die Regel, dass eine Erhöhung nicht niedriger sein kann als der vorherige Einsatz oder die vorherige Erhöhung. Wenn zum Beispiel bei einem Spiel mit dem Spread Limit von 1 bis 4 Euro der Spieler A 3 Euro setzt, kann Spieler B 3 Euro zum Mitgehen, 6 Euro zum Erhöhen um 3 Euro oder 7 Euro zum Erhöhen um 4 Euro in den Pot geben. Spieler B darf nicht 4 oder 5 Euro in den Pot geben, da dies eine Erhöhung um 1 bzw. 2 Euro und damit niedriger als der Einsatz von Spieler A wäre. Die folgende Regel gilt nur für Erhöhungen: In einer neuen Einsatzrunde kann der erste Einsatz das Minimum für diese Runde sein, ungeachtet der Höhe des letzten Einsatzes oder der letzten Erhöhung in der vorherigen Einsatzrunde. Diese Regel scheint ziemlich neu zu sein: Bisher habe ich sie in noch keinem Pokerbuch aus dem 20. Jahrhundert gefunden. Vielleicht wurde sie bei den im Fernsehen übertragenen großen Turnieren am Ende des 20. Jahrhunderts eingeführt, die größtenteils für die derzeitige Popularität von Poker verantwortlich sind. Für offizielles Poker und Online-Poker ist diese Regel jetzt Standard und hat damit auch in die Spiele zu Hause Einzug gehalten.
Trotzdem werden viele private Pokerspiele immer noch ohne diesen Mindestbetrag für die Erhöhung gespielt. Eine Erhöhung kann um einen beliebigen Betrag zwischen dem Mindesteinsatz für die Runde und dem Höchstbetrag erfolgen, auch wenn der vorherige Einsatz höher war. Wenn bei einem solchen Spiel die Anzahl der Erhöhungen begrenzt ist, darf ein Spieler auch einen höheren Einsatz um den Mindestbetrag erhöhen, was eine der zulässigen Erhöhungen verbraucht und dadurch die potenzielle Größe des Pots einschränkt.
Ein Einsatz, der nicht unter dem Mindestbetrag liegt, wird manchmal auch als ganzer Einsatz bezeichnet und eine Erhöhung, die nicht unter dem höchsten Einsatz oder der höchsten Erhöhung in der aktuellen Einsatzrunde liegt und nicht niedriger ist als ein ganzer Einsatz, wird ebenfalls als ganze Erhöhung bezeichnet. Einsätze und Erhöhungen, die darunter liegen, werden auch als unvollständige Einsätze oder Erhöhungen bezeichnet. Wenn bei einem Spiel mit Tischeinsätzen ein Spieler nicht genügend Chips für einen ganzen Einsatz oder eine ganze Erhöhung hat, ist es zulässig, "All-In" zu gehen. Dazu gibt dieser Spieler alle Chips als unvollständigen Einsatz oder unvollständige Erhöhung in den Pot. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Tischeinsätze.
Bei einigen Spielen, insbesondere bei Fixed-Limit-Spielen und Spread-Limit-Spielen und bei manchen privaten Spielen mit niedrigen Einsätzen, gibt es eine Regel gegen das "Erhöhen nach dem Passen". Wenn diese Regel gilt und Sie in einer Einsatzrunde mitgehen oder passen, während ein anderer Spieler nach Ihnen setzt oder erhöht, dürfen Sie, wenn Sie das nächste Mal an der Reihe sind, nicht erhöhen: Sie dürfen nur mitgehen oder abwerfen. Das Erhöhen in einer solchen Situation wird manchmal auch als Sandbagging bezeichnet. Sie haben ein gutes Blatt, aber anstatt zu setzen, liegen Sie in Warteposition und geben vor, nichts Besonderes auf der Hand zu haben. Wenn dann ein Spieler gegen Sie setzt, verlassen Sie Ihren Hinterhalt, indem Sie Ihrerseits erhöhen. In manchen Kreisen gilt diese Taktik als unfair oder zumindest unfreundlich und ist daher verboten. Beachten Sie jedoch, dass Sie, auch wenn diese Regel gilt, in einer Einsatzrunde setzen oder erhöhen dürfen, obwohl sie in einer früheren Einsatzrunde gepasst haben, da sich ihr Blatt in der Zwischenzeit verbessert haben könnte.
Bei den meisten offiziellen Spielen und bei nahezu allen Spielen ohne festen Höchsteinsatz (Pot-Limit-Spiele und Spiele ohne Limit) ist das Erhöhen nach dem Passen gestattet und gilt als zulässige und nützliche Taktik.
Jedes Pokerspiel beginnt mit einer Art Zwangseinzahlung in den Pot. Ohne dies hätten die Spieler keinen Anreiz, Einsätze zu machen. Wenn Sie Chips in einen leeren Pot geben würden, können Sie sie verlieren, wenn ein anderer Spieler mit einem guten Blatt gegen Sie setzt. Wenn aber alle anderen Spieler nur mäßige Blätter haben und ausgestiegen sind, würden Sie lediglich die Chips zurückerhalten, die Sie eingelegt hätten, und hätten nichts gewonnen. Wenn der Pot gleich zu Beginn Chips enthält, lohnt sich das Bieten auch für Spieler mit einem mittelmässigem Blatt, um diese Chips zu gewinnen.
Der einfachste Weg besteht darin, dass jeder Spieler vor dem Austeilen einen gleich hohen, festen Grundeinsatz zahlt. Ein praktisches Problem dabei ist, dass Spieler ziemlich oft vergessen, den Grundeinsatz zu zahlen. Wenn dann festgestellt wird, dass Chips im Pot fehlen, kann es schwierig sein festzustellen, welcher Spieler nicht gezahlt hat. Eine Lösung wäre, dass der Geber einen einzelnen, höheren Grundeinsatz im Namen aller Spieler zahlt. Dies ist eine faire Lösung, wenn alle Spieler in einer Sitzung gleich oft austeilen. Beachten Sie, dass der Grundeinsatz nicht als normaler Einsatz zählt: Auch wenn nur ein Spieler einen Grundeinsatz zahlt, müssen die anderen Spieler ihn nicht halten. In der ersten Einsatzrunde können die Spieler einfach passen, um mitzugehen.
Bei manchen Spielen sind ein oder mehrere Spieler gezwungen, vor dem Austeilen der Karten einen Blind-Einsatz in den Pot zu geben. Normalerweise müssen die Spieler links vom Geber Blinds bringen und manchmal muss auch der Geber dies tun. Wenn die Blinds verschieden hoch sind, werden sie im Uhrzeigersinn erhöht, sodass der letzte Spieler den höchsten Blind bringt. Der höchste Blind sollte gleich dem Mindesteinsatz für das ganze Spiel sein. Zum Beispiel könnte ein Spiel mit einem festen Limit von 2 bis 4 Euro begonnen werden, indem der Spieler links vom Geber ein kleinen Blind in Höhe von 1 Euro und der Spieler links neben dem Spieler mit dem kleinen Blind einen großen Blind in Höhe von 2 Euro zahlt. Da Blinds nicht als Einsätze zählen, müssen die Spieler, die mitgehen möchten, mindestens mit dem höchsten Blind mitgehen. Dann beginnt die erste Einsatzrunde beim Spieler links neben dem Spieler, von dem der große Blind stammt. Dieser Spieler kann mitgehen, erhöhen oder abwerfen. Der Spieler, von dem der große Blind stammt, handelt als Letzter und kann erhöhen, selbst wenn kein Spieler mehr getan hat als mitzugehen. Wenn kein anderer Spieler erhöht hat, kann der Spieler, von dem der große Blind stammt, einfach passen, um mitzugehen, da die Einsätze der aktiven Spieler bereits gleich hoch sind.
Bei Spielen mit Blinds darf der Spieler links neben dem großem Blind auch straddeln. Dabei leistet er vor dem Austeilen der Karten einen freiwilligen Blind-Einsatz, der doppelt so hoch ist wie der große Blind. In manchen Spielen darf, wenn ein Spieler straddelt, der nächste Spieler zur Linken überstraddeln, indem er einen Blind-Einsatz in Höhe des Doppelten dieses Betrags leistet. Die erste Einsatzrunde beginnt dann beim Spieler links neben dem Spieler, von dem der höchste Straddle stammt. Normalerweise werden mit einem Straddle auch die Einsatzlimits entsprechend erhöht: Da der Straddle das Doppelte des großen Blinds beträgt, wird auch der Mindesteinsatz verdoppelt, wie auch das Maximum in einem Fixed-Limit-Spiel oder Spread-Limit-Spiel. Ziel des Straddelns ist es, von der Tatsache zu profitieren, als Letzter in der ersten Einsatzrunde handeln zu können. Dieser Vorteil überwiegt aber wahrscheinlich die Kosten für einen Blind-Einsatz nicht, wenn das eigene Blatt zu schlecht ist.
Beim Stud-Poker beginnt der Pot normalerweise mit einem Zwangseinsatz, der auch als Bring-in bezeichnet wird. Wahlweise ist auch ein Grundeinsatz möglich. Im Gegensatz zu einem Blind-Einsatz erfolgt der Bring-in nach dem ersten Teil des Austeilens und hängt vom Blatt eines Spielers ab – beim Stud-Poker muss der Spieler bieten, der die höchste aufgedeckte Karte hat. Der Bring-in kann niedriger sein als der Mindesteinsatz (zum Beispiel 2 Euro in einem 5-Euro-10-Euro-Spiel), der Spieler kann aber stattdessen auch einen ganzen Mindesteinsatz bringen (in diesem Beispiel 5 Euro).
Manche Spiele werden mit einem Kill gespielt. Dies ist ein Blind-Einsatz, der normalerweise doppelt so hoch ist wie der Mindesteinsatz und von einem bestimmten Spieler (dem Killer) unter bestimmten Bedingungen gebracht werden muss, zum Beispiel nach einem großen Gewinn oder einem zweimaligen Gewinn in einer Reihe. Wenn der Killer anderweitig verpflichtet gewesen wäre, einen Blind zu bringen, ersetzt der Kill den Blind. Wie bei einem Straddle werden nach einem Kill die Mindest- und Höchsteinsätze proportional erhöht. Je nach den vor Ort geltenden Regeln kann die erste Einsatzrunde entweder beim Spieler links neben dem Spieler, von dem der Kill stammt, oder beim Spieler links neben dem Spieler, von dem der große Blind stammt, beginnen. Bei beiden Varianten müssen die Spieler, die mitgehen möchten, den Kill-Einsatz mindestens halten. Der Killer kann erhöhen, sobald er das erste Mal an der Reihe ist.
Bei allen offiziellen Pokerspielen und Turnieren in Kasinos und öffentlichen Spielzimmern sowie bei vielen privaten Spielen wird um Tischeinsätze gespielt. Das bedeutet, dass Sie nur mit den Chips bieten können, die bei Spielbeginn vor Ihnen liegen. Mit dieser Regel soll verhindert werden, dass ein Spieler plötzlich eine große Summe setzt, von der die anderen Spieler bei Spielbeginn nichts wussten und mit der sie nicht mithalten können. Beim Spielen um die Tischeinsätze gilt:
Normalerweise gibt es einen Mindestwert (minimum buy in), für den Chips gekauft werden müssen, um an einem Spiel teilnehmen zu können. Dieser Mindestwert liegt in der Regel bei etwa dem 10- bis 20-fachen des Mindesteinsatzes und wird vom Gastgeber festgelegt. Bei manchen Spielen ohne festen Höchsteinsatz kann auch ein maximaler Buy-in gelten. In diesem Fall dürfen Sie nur Chips bis zum Maximalwert kaufen. Sie können den Maximalwert jedoch überschreiten, weil Sie Chips von anderen Spielern gewonnen haben, können aber in dieser Situation keine weiteren Chips mehr kaufen.
Regeln für Tischeinsätze sind vor allem in Spielen ohne festen Höchsteinsatz von Bedeutung, da hier den Spielern wegen des rasanten Anwachsens des Pots leicht die Chips ausgehen können. Bei Fixed-Limit-Spielen und Spread-Limit-Spielen sind Tischeinsätze nicht so wichtig, vor allem nicht bei niedrigen Limits. Den Spielern gehen die Chips nicht so oft aus und wenn doch, würde es nicht viel schaden, sie jederzeit und bei Bedarf auch während des Bietens nachkaufen zu lassen, da alle Einsätze durch den festen Höchsteinsatz begrenzt sind.
Beim Spielen mit Tischeinsätzen können Sie in die Situation geraten, dass Ihre Chips für Ihre gewünschte Aktion nicht ausreichen. In diesem Fall geben Sie alle Ihre restlichen Chips in den Pot und sagen All-In oder Tapped out. Hier müssen drei Fälle unterschieden werden:
Beispiel: Wir sind in einer 5-Euro-Einsatzrunde mit fünf Spielern. Spieler A passt, Spieler B setzt 5 Euro, Spieler C geht für 5 Euro mit und Spieler D geht für 6 Euro All-In. Spieler E kann nun abwerfen, für 6 Euro mitgehen oder für 10 Euro (von denen 4 Euro in den Neben-Pot gehen) die Erhöhung vervollständigen. Wenn Spieler E mitgeht oder abwirft, hat Spieler A dieselben Optionen. Wenn entweder Spieler E oder Spieler A den Einsatz vervollständigt, haben die Spieler B und C alle Möglichkeiten: Sie können mitgehen, abwerfen oder erhöhen. Wenn sowohl Spieler E als auch Spieler A mitgeht oder abwirft, kann weder Spieler B noch Spieler C erhöhen: Sie haben nur die Möglichkeit, für 1 Euro mitzugehen oder abzuwerfen. Wenn Spieler E für 8 Euro All-In geht, reicht dies aus, um das Bieten erneut zu eröffnen, da die gesamte Erhöhung seit dem letzten ganzen Einsatz jetzt 3 Euro beträgt, also über der Hälfte einer ganzen Erhöhung liegt. Also kann jetzt jeder der Spieler A, B und C um weitere 5 Euro erhöhen.
Beispiel: Nach dem Flop in einem Spiel Texas Hold'em ohne Limit liegen 100 Euro im Pot. Spieler A passt, Spieler B setzt 20 Euro, Spieler C geht für 20 Euro mit und Spieler D geht für 35 Euro All-In (eine Erhöhung um 15 Euro). Spieler E hat die Möglichkeit, abzuwerfen, für 35 Euro mitzugehen oder um mindestens weitere 20 Euro zu erhöhen (also mindestens 55 Euro in den Pot zu geben). Wenn Spieler E mitgeht oder abwirft, hat Spieler A dieselben Optionen: Spieler A kann erhöhen, obwohl er zuvor gepasst hat, da Spieler B einen ganzen Einsatz gebracht hat, seit Spieler A zuletzt gehandelt hat. Wenn Spieler A ebenfalls mitgeht oder abwirft, kann Spieler B nur (für 15 Euro) mitgehen oder abwerfen: Spieler B kann nicht erhöhen, da es seit dem vorherigen Einsatz von Spieler B keine ganze Erhöhung gegeben hat. Aus demselben Grund kann Spieler C nur mitgehen oder abwerfen. Wenn jedoch Spieler E oder Spieler A erhöht hätte, würde das Bieten erneut eröffnet und die Spieler B und C könnten ebenfalls erhöhen.
Jedes Mal, wenn ein Spieler All-In geht und ein anderer Spieler mehr als der All-In-Spieler setzt, wird ein neuer Neben-Pot angelegt. Deshalb kann es, wenn in einem Spiel mehr als ein Spieler All-In geht, mehrere Neben-Pots geben. Jeder Spieler, der All-In ist, kämpft um den Haupt-Pot und alle Neben-Pots, in die dieser Spieler Chips gegeben hat. Wenn ein neuer Spieler All-In geht, wird der aktuelle Neben-Pot gedeckelt und es wird ein neuer Neben-Pot angelegt. Der gedeckelte Neben-Pot enthält die gleiche Anzahl Chips von jedem aktiven Spieler außer den Spielern, die bereits All-In waren, bevor der Neben-Pot angelegt wurde.
Beispiel: Der Pot enthält 50 Euro. Spieler A setzt 20 Euro. Spieler B hat nur 5 Euro und geht mit diesem Einsatz mit, indem er All-In geht. Der Haupt-Pot sollte nun 60 Euro enthalten, 5 Euro aus dem Einsatz von Spieler A und den vollen Einsatz zum Mitgehen von Spieler B. Der erste Neben-Pot enthält die restlichen 15 Euro aus dem Einsatz von Spieler A. Spieler C erhöht um 20 Euro. Von den 40 Euro, die Spieler C einlegt, gehen entsprechend dem Einsatz zum Mitgehen von Spieler B 5 Euro in den Haupt-Pot und 35 Euro in den Neben-Pot. Jetzt braucht Spieler D 40 Euro, um mitzugehen. Da Spieler D aber nur 35 Euro hat, geht er für diesen Betrag mit. Damit ist ein zweiter Neben-Pot erforderlich. Der Haupt-Pot sollte nun 70 Euro enthalten: die ursprünglichen 50 Euro sowie jeweils 5 Euro von den Spielern A, B, C und D. Der erste Neben-Pot sollte 75 Euro enthalten: 15 Euro von Spieler A, 30 Euro aus dem Einsatz von Spieler C und die letzen 30 Euro von Spieler D. Der zweite Neben-Pot enthält nur 5 Euro, den Rest aus dem Einsatz von Spieler C. Die anderen Spieler werfen ab. Um mitzugehen, müsste Spieler A nun 20 Euro (die Erhöhung von Spieler C) einlegen. Davon gehen 15 Euro in den ersten Neben-Pot, der danach 90 Euro enthält, und 5 Euro gehen in den zweiten Neben-Pot, der danach 10 Euro enthält.
Ein Spieler, der abgeworfen hat, kann aus keinem Pot mehr gewinnen. Angenommen, dass Spieler A am Ende des obigen Beispiels abwirft. Die Ausschüttung der Neben-Pots erfolgt in umgekehrter Reihenfolge von ihrer Einrichtung. Spieler C gewinnt automatisch den zweiten Neben-Pot und erhält seine 5 Euro zurück. Der erste Neben-Pot (75 Euro) wird von Spieler C oder Spieler D gewonnen, je nachdem, wer das bessere Blatt hatte. Der Haupt-Pot (70 Euro) wird vom besten Blatt unter den Spielern B, C und D gewonnen. Spieler A, der eingeworfen hat, kann den Haupt-Pot nicht gewinnen, obwohl er in diesen Pot denselben Einsatz wie die Spieler B, C und D gegeben hat.
Wenn die Auktion beendet ist, werden die Karten aller aktiven Spieler aufgedeckt. Wenn mindestens zwei aktive Spieler vorhanden sind und alle außer einem von ihnen All-In sind, findet kein Bieten mehr statt, da der eine aktive Spieler, der noch Chips hat, keinen Gegner mehr hat, gegen den er bieten könnte. Ab diesem Punkt gilt die normale Regel, dass die Karten aller aktiven Spieler aufgedeckt werden müssen und alle weiteren Karten aufgedeckt ausgeteilt werden (auch die Karten, die normalerweise verdeckt ausgeteilt werden). Dieselbe Regel gilt natürlich auch in dem außergewöhnlichen Fall, dass mindestens zwei aktive Spieler vorhanden sind, die alle All-In sind.
In einigen Versionen wird Poker so gespielt, dass der Pot zwischen zwei Gewinnern geteilt wird, zum Beispiel dem Spieler mit dem höchsten und dem mit dem niedrigsten Blatt. Bei manchen Spielen erfolgt dies automatisch: Die Spieler zeigen einfach ihr Blatt und der Pot wird gleichmäßig zwischen den Spielern mit dem besten Blatt in jeder Kategorie aufgeteilt. Bei anderen Spielen müssen die Spieler ansagen, um welchen Teil des Pots sie spielen werden. In diesem Fall sind die folgenden drei Ansagen möglich. Bei einem High-Low-Spiel sagen Sie "Hoch", wenn es für Sie um das höchste Blatt geht, "Niedrig", wenn es für Sie um das niedrigste Blatt geht, oder "beides" (auch bekannt als "Pig"), wenn es für Sie um den gesamten Pot geht. Im letzteren Fall müssen Sie sowohl das höchste als auch das niedrigste Blatt haben, um den gesamten Pot zu gewinnen.
Die Spieler, die abwerfen, legen ihre Karten verdeckt in einem Ablagestapel ab, der auch als "Muck" bezeichnet wird. Wenn es sich um ein Spiel "Draw" Poker handelt, bei dem die Spieler Karten ablegen und vom Geber neue Karten fordern können, landen diese abgelegten Karten ebenfalls im Muck. Kein Spieler darf diese abgelegten Karten einsehen. Wenn beim Bieten nur noch ein Spieler übrig ist, weil alle anderen Spieler abgeworfen haben, hat dieser letzte verbliebene Spieler automatisch den Pot gewonnen. In diesem Fall gibt es keinen Showdown und kein Spieler hat das Recht, die Karten des Gewinners zu sehen.
Ausnahmen. Von der obigen Regel gibt es zwei Ausnahmen.
Wenn mindestens zwei Spieler aktiv sind, findet nach der letzten Einsatzrunde (und nach den Ansagen bei einem Split-Pot-Spiel mit Ansage) ein Showdown statt, bei dem entschieden wird, wer den Pot gewinnt. Um Spielverzögerungen zu vermeiden, sollten die Spieler normalerweise ihre Karten unverzüglich aufdecken. Wenn dies ein oder mehrere Spieler aber nicht möchten, müssen die Spieler die Karten nacheinander im Uhrzeigersinn aufdecken. Dabei beginnt der Spieler, der in der letzten Einsatzrunde zuletzt geboten oder erhöht hat, oder der Spieler, der die letzte Einsatzrunde begonnen hat, wenn alle Spieler gepasst haben.
Beim Zeigen der Blätter müssen die Spieler alle ihre Karten aufdecken und zwar nicht nur jene, die für das beste Blatt erforderlich waren oder das Blatt eines anderen Spielers schlagen oder das beste Blatt mit fünf Karten bilden, sondern alle Karten, die gegeben wurden.
Es ist normale Praxis, dass nur die Spieler, die sich eine Chance auf den Gewinn ausrechnen, Ihre Karten aufdecken. Die anderen Spieler legen an dieser Stelle ihre Karten im Muck ab, ohne sie zu zeigen, und verwirken damit ihr Recht auf einen Gewinn aus dem Pot. Im Gegensatz zu dieser Praxis gilt bei den meisten offiziellen Spielen die Regel, dass jeder Spieler, an den ein Blatt ausgeteilt wurde – also auch ein Spieler, der abgeworfen hat – das Recht hat, auf seine Anfrage hin die Karten der am Showdown beteiligten Spieler zu sehen. Der Zweck dieser Regel besteht darin, die Spieler gegen Absprachen zu schützen: Ein Spieler, der den Eindruck erweckt hat, mit einem anderen Spieler zu kooperieren, kann gezwungen werden, seine Karten zu zeigen, um zu demonstrieren, dass seine Handlungen beim Bieten ausschließlich seinen eigenen Interessen und nicht denen eines anderen Spielers gedient haben. Trotzdem gilt es als zumindest als unhöflich, einen Verlierer zu zwingen, sein Blatt zu zeigen, und mit diesem Recht sollte sparsam umgegangen werden. Normalerweise gehört zu diesem Recht die Bedingung, dass es bei Missbrauch oder übermäßiger Nutzung widerrufen werden kann. Missbrauch läge zum Beispiel vor, wenn das Blatt eines Verlierers nur gezeigt werden soll, um einen Spieler in Verlegenheit zu bringen oder zu ärgern.
Bei manchen Spielen, insbesondere bei High-Low-Spielen und Spielen mit Wild Cards, können die Spieler unter mehr als fünf Karten wählen. Dabei kann leicht übersehen werden, welche Karten eines Spielers das beste Blatt ergeben würden. Dafür gibt es zwei mögliche Regeln.
Wenn es nur ein bestes Blatt und nur einen Pot gibt, ist alles sehr einfach. Der Spieler mit dem besten Blatt gewinnt den gesamten Pot.
Es kann aber sein, dass zwei oder mehr Spieler gleich gute Blätter haben. Dies ist häufig der Fall bei Spielen mit Gemeinschaftskarten, die von allen Spielen genutzt werden können. In diesem Fall wird der Pot gleichmäßig zwischen den Spielern mit den besten Blättern aufgeteilt. Wenn die Chips im Pot nicht gleichmäßig aufgeteilt werden können, gehen die übrig gebliebenen Chips an die Spieler links vom Geber.
Wenn bei einem High-Low-Spiel, bei dem der Pot zwischen dem Spieler mit dem höchsten und dem mit dem niedrigsten Blatt aufgeteilt wird, der Betrag im Pot kein Vielfaches des kleinsten Chip ohne Rest ist, geht der übrig gebliebene Chip an den Gewinner mit dem höchsten Blatt. Beispiel: am Spiel nehmen im Uhrzeigersinn die Spieler A, B, C, D, E und F (Geber) teil. Die Spieler B, D und F haben gleichwertige höchste Blätter und Spieler C hat das niedrigste Blatt. Im Pot liegen 69 Euro. Der kleinste verwendete Chip hat einen Wert von 1 Euro. Zuerst wird der Pot zwischen der Seite mit dem höchsten Blatt (35 Euro) und der Seite mit dem niedrigsten Blatt (34 Euro) aufgeteilt. Danach wird der Teil für die Seite mit dem höchsten Blatt zwischen den Spielern B, D und F aufgeteilt. Spieler C erhält 34 Euro, die Spieler B und D erhalten jeweils 12 Euro und Spieler E erhält 11 Euro.
Ausnahme. Bei manchen Stud-Poker-Spielen in Kasinos und öffentlichen Spielzimmern gibt es einen nicht mitspielenden Geber und keinen Dealer-Button. Wenn in diesem Fall ein Pot aufgeteilt wird, wird anhand der Farben entschieden, wer den übrig gebliebenen Chip erhält. Wenn der Split-Pot an das höchste Blatt ausgeschüttet wird und der übrig gebliebene Chip bei einem Unentschieden zwischen den höchsten Karten an den Spieler mit der höchsten Karte geht, gilt die Farbreihenfolge Pik (höchster Wert), Herz, Karo, Kreuz (niedrigster Wert). Wenn der Split-Pot an das niedrigste Blatt ausgeschüttet wird und der übrig gebliebene Chip an den Spieler mit der niedrigsten Karte geht, wird ein Unentschieden anhand der Farben aufgelöst. Ausschließlich für diesen Zweck werden dann alle an den Spieler ausgeteilten Karten berücksichtigt, also nicht nur die Karten, aus denen das Siegerblatt besteht. Beachten Sie, dass die Rangfolge der Farben und die Karten außerhalb des aus fünf Karten bestehenden Blatts nur herangezogen werden um zu bestimmen, an wen der übrig gebliebene Chip mit dem kleinsten Wert geht, wenn ein Pot aufgeteilt wird, aber niemals um zu entscheiden, welche Spieler gewonnen haben. Wenn die besten Blätter aus fünf Karten außer den Farben gleich sind, wird der Pot so weit als möglich gleichmäßig zwischen ihnen aufgeteilt.
Wenn bei einem High-Low-Spiel (oder einem anderen Split-Pot-Spiel) mit Ansage einer oder mehrere Spieler "beides" angesagt haben, muss zuerst überprüft werden, ob einer dieser Spieler den gesamten Pot gewonnen hat. Damit bei einem High-Low-Spiel ein Spieler "beides" gewinnen kann, muss er das höchste Blatt aller Spieler, die "beides" oder "hoch" angesagt haben, und das niedrigste Blatt aller Spieler, die "beides" oder "niedrig" angesagt haben, halten. Wenn hinsichtlich eines dieser beiden Kriterien das Blatt eines anderen Spielers besser oder gleich gut ist, kann der Spieler, der "beides" angesagt hat, aus keinem Pot gewinnen und wird beim Vergleich der Blätter nicht berücksichtigt. Wenn kein Spieler, der "beides" angesagt hat, gewinnt, wird der Pot zwischen dem Spieler, der "hoch" angesagt und das höchste Blatt hat, und dem Spieler, der "niedrig" angesagt und das niedrigste Blatt hat, aufgeteilt. Damit ist es möglich, dass zum Beispiel ein Spieler, der "hoch" angesagt hat, den Pot auch dann gewinnt, wenn ein anderer Spieler, der erfolglos "beides" angesagt hat, ein höheres Blatt hat.
Wenn (ohne Berücksichtigung der Spieler, die erfolglos "beides" angesagt haben) jeder Spieler "hoch" angesagt hat, dann gewinnt das höchste Blatt den gesamten Pot, und wenn jeder Spieler "niedrig" angesagt hat, dann gewinnt das niedrigste Blatt den gesamten Pot. Diese Situation tritt am wahrscheinlichsten beim gleichzeitigen Ansagen ein: wenn beim Ansagen der Reihe nach alle außer einem Spieler zum Beispiel "hoch" angesagt haben, wird der letzte in der Regel "niedrig" ansagen und kann dann ohne Gegenwehr die Hälfte des Pots erhalten.
In dem unwahrscheinlichen Fall, dass alle Spieler "beides" ansagen, ist es möglich, dass es keinen Gewinner gibt. In diesen Fall wird der Inhalt des Pots in das nächste Spiel übertragen.
Varianten. Manchmal ist es nicht erlaubt, dass das "zweitbeste" Blatt gewinnt, wenn ein Spieler erfolglos "beides" angesagt hat. Um zum Beispiel mit der Ansage "hoch" zu gewinnen, müssen Sie das höchste Blatt aller Spieler haben, die "hoch" oder "beides" angesagt haben. Wenn also zum Beispiel ein Spieler "beides" angesagt hat und einen Spieler, der "hoch" angesagt hat, schlägt, selbst aber von einem Spieler, der "niedrig" angesagt hat, mit einem niedrigeren Blatt geschlagen wird, gewinnt der Spieler, der "niedrig" angesagt hat, den gesamten Pot und der Spieler, der "hoch" angesagt hat, geht leer aus. Manchmal wird es erlaubt, dass der Teil für das höchste oder das niedrigste Blatt im Pot aufgeteilt wird, wenn es zwischen einem Spieler, der "beides" angesagt hat, und einem Spieler, der "hoch" oder "niedrig" angesagt hat, zu einem Unentschieden kommt. Auf der Seite high-low declare von rec.gambling.poker mit FAQs finden Sie einige Beispiele dazu, wie Showdowns entsprechend den verwendeten Regeln anders aufgelöst werden können.
Wenn Sie der einzige Spieler sind, der um einen bestimmten Teil des Pots kämpft, und alle anderen Spieler für den anderen Teil angesagt haben, gewinnen Sie automatisch den Teil, für den Sie angesagt haben. Dies wird manchmal auch als Walking ("Durchmarsch") bezeichnet. Es ist umstritten, ob Sie in diesem Fall Ihre Karten aufdecken müssen. Normalerweise braucht der Spieler an dieser Stelle seine Karten nicht aufzudecken, es sei denn, die gespielte Variante sieht eine gewisse Mindestqualifikation für Siegerblätter vor (zum Beispiel bei "Drilling gewinnt" in einem Pokerspiel um das höchste Blatt oder bei "8 oder besser" in einem Spiel um das niedrigste Blatt) oder stellt die Anforderung, eine Pik-Karte zu zeigen, um einen Teil des Pots zu gewinnen, der an den Spieler mit der höchsten Pik-Karte geht.
Als Abschreckung für Absprachen kann es wünschenswert sein, wenn jeder Spieler, an den ein Blatt ausgeteilt wurde, den Anspruch hat, die Karten eines Spielers zu sehen, dem in einem Split-Plot-Spiel ein "Durchmarsch" gelungen ist. Dieses Recht sollte aber nur als letzter Ausweg ausgeübt werden, zum Beispiel wenn zwei Spieler unter Verdacht stehen, dass sie vereinbart haben gegeneinander zu bieten, bis sie alle anderen Spieler hinaus gedrängt wurden, und dann den Pot untereinander aufzuteilen, auch wenn ihre Blätter diese Aktion normalerweise nicht rechtfertigen. Es wäre hilfreich, wenn sich erfahrene Heim-Poker-Spieler an diese Adresse wenden und ihre Ansichten zu diesem Thema mitteilen könnten.
Wenn Neben-Pots vorhanden sind, werden sie getrennt voneinander behandelt, wobei beginnend mit dem zuletzt angelegten Neben-Pot alle Pots rückwärts bis zum Haupt-Pot abgearbeitet werden. Für jeden Pot werden die Blätter der aktiven Spieler verglichen, von denen Chips in diesem Pot liegen, um zu ermitteln, wer ihn gewonnen hat. Es ist hilfreich, wenn die Spieler, die an den späteren Neben-Pots nicht beteiligt sind, mit dem Aufdecken ihrer Karten warten, bis die Pots, in denen Chips von ihnen liegen, an der Reihe sind.
Der Rake ist ein geringer Betrag, der jedem Pot entnommen wird und an den Gastgeber geht. In einem Kasino wird aus dieser Abgabe die bereitgestellte Einrichtung (zum Beispiel der Tisch, die Karten und der professionelle Geber) bezahlt. Online-Pokerräume erheben ebenfalls einen Rake als Bezahlung für Ihren Service. Auch Heimspiele werden manchmal mit einem Rake gespielt, aus dem die Erfrischungen oder eine gelegentliche Feier bezahlt werden können. Normalerweise ist der Rake ein prozentualer Anteil am Pot mit einem Höchstbetrag, zum Beispiel 5 Prozent oder 3 Euro, je nach dem, was kleiner ist. Aus praktischen Gründen kann der Rake mit dem Wachstum des Pots schrittweise ansteigen, zum Beispiel um 0,25 Euro für alle 5 Euro. Damit wäre bei einem Pot mit 4 Euro eine Abgabe in Höhe von 25 Cent und bei einem Pot von 5 Euro eine Abgabe in Höhe von 50 Cent fällig.
Bei den beliebtesten Onlinespielen, vor allem bei Texas Hold'em mit niedrigen Einsätzen, erfolgen sehr viele Spiele schnell hintereinander, von denen viele ohne oder mit nur geringem Einsatz gewonnen werden, sodass der Pot nur selten einen Stand erreicht, bei dem der Höchstsatz für den Rake Anwendung findet. Die genauen Regeln zur Ermittlung des Rake bei kleinen Pots können sich deshalb stark auf den langfristigen Gewinn eines Spielers auswirken. Die folgende Analyse zum Rake bei niedrigen Einsätzen findet sich bei FirstTimePokerPlayer.com.
Manche Kasinos erheben keinen Rake anhand der Größe des Pots, sondern stellen mittels "Zeitgebühr" ihren Service in Rechnung, also über eine Miete in bestimmter Höhe pro Spieler und halber Stunde.
Dieses System wird manchmal bei Spielen verwendet, bei denen es in der Regel um eher kleine Pots geht - zum Beispiel bei Draw Poker mit festem Limit. Der Gewinner erhält nicht sofort den Pot, sondern einen Marker (zum Beispiel einen Flaschenverschluss) und der Pot bleibt für das nächste Spiel erhalten. Wenn ein Spieler ein zweites Mal gewinnt, was daran zu erkennen ist, dass er bereits einen Marker hat, erhält er den gesamten Pot, der sich bis dahin angesammelt hat, und alle Spieler geben ihre Marker wieder ab. Wenn es beim Showdown zwischen zwei Spielern mit Siegerblättern unentschieden steht und keiner von ihnen einen Marker hat, erhält jeder von ihnen einen Marker. Wenn nur einer dieser beiden Spieler einen Marker hat, erhält er den gesamten Pot. Wenn beide Spieler bereits einen Marker haben, wird der Pot zwischen ihnen aufgeteilt.
Bei Tischeinsätzen und Neben-Pots funktioniert dieses System nicht besonders gut. Ein Spieler, dem bei einem Spiel nach dem System "Zweites Mal gewinnt" die Chips ausgehen, muss weitere Chips kaufen, wenn er weiter setzen möchte. Dies sollte aber kein Problem darstellen, da "Zweites Mal gewinnt" normalerweise nur bei Fixed-Limit-Spielen mit begrenzter Anzahl der Erhöhungen verwendet wird, sodass die Größe des Pots beschränkt ist.
Dieses System unterscheidet sich vollkommen vom normalen Bieten im Spiel "Poker". Es wird hier beschrieben, da es bei einigen Showdown-Spielen verwendet wird, die häufig als Varianten beim Poker, bei dem der Geber die Variante festlegen kann (besonders Guts), zulässig sind. Es findet sich aber auch in Kartenspielen anderer Typen, wie zum Beispiel beim Stichspiel Bouré.
Wenn der Pot leer ist, legt jeder Spieler einen gleich hohen Betrag ein. Danach werden die Karten ausgeteilt und es findet eine Ansagerunde statt, in der die Spieler entscheiden, ob sie mitgehen oder aussteigen. Die Spieler, die aussteigen, können den Pot nicht gewinnen, aber auch nicht mehr verlieren als sie in den Pot gelegt haben. Die Spieler, die mitgehen, haben die Chance, den Pot zu gewinnen, müssen aber mehr bezahlen, wenn sie verlieren. Für das Ansagen sind die folgenden drei Methoden möglich:
Dann wird der Gewinner ermittelt, entweder durch Vergleich der Blätter der Spieler, die mitgegangen sind, oder nach der Methode, die im betreffenden Spiel gilt. Der Gewinner erhält den Pot. Wenn es mehrere Gewinner gibt, wird der Pot zwischen ihnen aufgeteilt. Jeder Spieler, der mitgegangen ist und verloren hat, muss den Pot ausgleichen, das heißt, er muss einen Betrag zahlen, der dem gesamten Inhalt des Pots entspricht. Dieser Betrag geht für das nächste Spiel in den Pot. Bei jedem neuen Spiel nehmen alle Spieler teil, also auch die Spieler, die im vorherigen Spiel ausgestiegen sind.
Bei Verwendung einer der Methoden 1 und 2 mit gleichzeitigem Ansagen ist es möglich, dass alle Spieler aussteigen. In diesem Fall bleibt der Pot einfach für das nächste Spiel stehen.
Beachten Sie, dass dieses Spiel gefährlich sein kann. Selbst bei einem sehr niedrigen Grundeinsatz kann der Pot sehr schnell sehr groß werden. Beispiel:
Damit hat der Pot nach nur vier Spielen nahezu das 400-Fache der Höhe des Grundeinsatzes erreicht. Es gibt nur eine Möglichkeit, ihn wieder zu reduzieren: Wenn nur ein Spieler den Mut hat, mitzugehen und damit den gesamten Pot gewinnt (oder bei einem Unentschieden aller mitgegangenen Spieler).
Es gibt einige Varianten, bei den das Anwachsen des Pots beschränkt wird.
Manchmal werden diese Spiele mit einem Kitty- oder Ghost-Spieler gespielt. Dabei wird ein zusätzliches Blatt für den Kitty ausgeteilt, das kein Spieler bis zum Showdown einsehen kann. Um den Pot zu gewinnen, müssen Sie nicht nur alle anderen Spieler, sondern auch den Kitty schlagen. Wenn der Kitty gewinnt, muss jeder Spieler, der mitgegangen ist, den Pot ausgleichen. Bei dieser Variante hat es der Geber etwas schwerer, wenn mit Ansagen der Reihe nach gespielt wird: wenn alle anderen Spieler ausgestiegen sind, hat der Geber nicht automatisch gewonnen, sondern läuft Gefahr, vom Kitty geschlagen zu werden.
Manchmal wird mit Legs gespielt, dem Äquivalent für Match-Pot-Spiele mit dem System "Zweites Mal gewinnt" für das normale Bieten im Spiel "Poker". Wenn nur ein Spieler mitgegangen ist, erhält dieser nicht den Pot, sondern einen "Leg" in Form einer Wertmarke. Bei einem Unentschieden zwischen allen mitgegangenen Spielern erhält jeder Spieler einen Leg. Der Spieler, der zuerst eine vorbestimmte Anzahl (in der Regel drei) Legs gesammelt hat, erhält den Pot. (Wenn mehrere Spieler nach einem Unentschieden gleichzeitig drei Legs beisammen haben, wird der Pot zwischen ihnen aufgeteilt.)