Hearts

Hearts ist ein Stichspiel, bei dem die Spieler so weit wie möglich vermeiden, Stiche zu machen, die Herzkarten oder ganz besonders die Pik Dame enthalten. Das Spiel wurde Ende des neunzehnten Jahrhunderts bekannt und erfreut sich heutzutage in verschiedenen Varianten in vielen Ländern großer Beliebtheit. Diese Seite beschreibt zunächst die amerikanische Variante. Weitere Hinweise zu anderen Varianten finden sich am Ende dieser Website.

Diese Website basiert teilweise auf Informationen von John Hay, die er bei der Vorbereitung zu seinem geplanten Buch zusammenstellte. Vielen Dank an John Hay für die Genehmigung, diese Informationen hier zu verwenden.

Spieler und Karten

Hearts wird üblicherweise mit 4 Spielern gespielt. Die Regeln schreiben keine Partnerschaften vor, aber manchmal kann es im Interesse der Spieler sein, sich gegenseitig zu helfen.

Es wird ein Standardkartenspiel mit 52 Karten verwendet, wobei wie üblich bei jeder Farbe das Ass den höchsten und die Zwei den niedrigsten Wert hat. Es wird ohne Trumpffarbe gespielt.

Jede Herzkarte zählt einen Strafpunkt, und die Pik Dame zählt 13 Strafpunkte. Die anderen Karten zählen keine Strafpunkte.

Ziel des Spiels

Das Ziel des Spiels besteht darin, keine Punkte zu erzielen. Das Spiel endet, wenn ein Spieler 100 Punkte (oder mehr) erreicht und der Spieler mit der niedrigsten Gesamtpunktzahl zu diesem Zeitpunkt gewinnt.

Austeilen und Weitergeben

Das Austeilen und Spielen erfolgt im Uhrzeigersinn. Alle Karten werden einzeln ausgeteilt, bis jeder 13 Karten hat.

Beim ersten Blatt gibt jeder Spieler nach dem Austeilen drei beliebige Karten verdeckt an seinen linken Nebenspieler weiter. Beim Weitergeben müssen Sie zunächst auswählen, welche Karten Sie weitergeben möchten, und diese verdeckt auf den Tisch vor den Spieler legen,  der sie erhalten soll ; erst dann dürfen Sie die Karten, die an Sie weitergegeben werden, aufnehmen, anschauen und in Ihr Blatt einsortieren.

Beim zweiten Blatt gibt jeder Spieler drei Karten an seinen rechten Nebenspieler auf dieselbe Weise weiter. Beim dritten Blatt gibt jeder Spieler drei Karten an den ihm gegenüber sitzenden Spieler weiter. Beim vierten Blatt werden keine Karten weitergegeben. Dieser Ablauf wiederholt sich dann, bis das Spiel zu Ende ist.

Spielen des Blatts

Der Spieler, der die Kreuz-Zwei auf der Hand hat, muss diese verwenden, um zum ersten Stich auszuspielen. Die anderen Spieler müssen im Uhrzeigersinn nach Möglichkeit eine Karte der angesagten Farbe spielen. Wenn sie keine Karte der geforderten Farbe haben, können sie eine beliebige Karte ausspielen. Der Spieler, der die höchste Karte der angesagten Farbe ausspielt hat, gewinnt den Stich und spielt zum nächsten Stich aus.

Herz darf erst ausgespielt werden, wenn eine Herzkarte in einem vorherigen Stich gespielt wurde, es sei denn, Ihr Blatt enthält ausschließlich Herzkarten. Wenn ein Spieler eine Herzkarte abwirft, wodurch das Herz nachfolgend ausgespielt werden kann, nennt man dies Herzen brechen. Im Allgemeinen wird das Abwerfen einer Strafkarte bei einem Stich als Anmalen des Stichs bezeichnet.

Ein Spieler, dessen Blatt ausschließlich aus Herzkarten besteht, kann jederzeit Herzen ausspielen und dabei "Herzen brechen", selbst wenn zuvor noch kein Herz ausgespielt worden ist.

Die Spieler dürfen jederzeit einen Stich mit Pik einleiten, mit Ausnahme des ersten Stichs. Es ist sogar eine übliche Taktik, niedrige Pik-Karten auszuspielen, damit die Pik-Dame gespielt wird. Dies wird manchmal auch als smoking out (Ausräuchern) der Dame bezeichnet.

Wertung

Normalerweise erhält jeder Spieler Strafpunkte für Karten in den von ihm gewonnenen Stichen. Jede Herzkarte zählt einen Strafpunkt, und die Pik-Dame zählt 13 Strafpunkte. Wenn es einem Spieler jedoch gelingt, alle Karten, die Strafpunkte zählen, zu gewinnen (was als Slam oder als shooting the moon (den Mond abschießen)) bezeichnet wird, so wird dessen Gesamtpunktzahl um 26 Punkte verringert, oder er kann die Option wählen, dass stattdessen 26 Punkte zur Gesamtpunktzahl jedes anderen Spielers addiert werden.

Das Spiel dauert so lange, bis ein Spieler am Ende eines Blatts 100 Punkte oder mehr erreicht hat. Der Spieler mit der niedrigsten Punktzahl gewinnt.

Varianten

Stock

Manchmal wird so gespielt, dass an jeden Spieler nur 12 Karten ausgeteilt werden. Während des Austeilens werden vier Karten verdeckt in einen Stock gegeben, der dann den Stichen des Spielers, der als erster eine Strafkarte in einem Stich aufnimmt, hinzugefügt wird. Ein Stock kann auch verwendet werden, um eine ungerade Anzahl an ausgeteilten Karten zu vermeiden, wenn mehr oder weniger als vier Spieler mitspielen.

Weitergeben

Beim Weitergeben können verschiedene Abläufe angewendet werden, wie zum Beispiel:

  • Nach links weitergeben, nach rechts weitergeben, nach gegenüber weitergeben, dann diesen Ablauf wiederholen (ohne Halten des Blattes);
  • Verteilen anstatt zu halten (die Spieler geben jeweils eine Karte an jeden anderen Spieler weiter);
  • sowohl "Verteilen" als auch "Halten" werden gespielt (der Ablauf ist dann links, rechts, gegenüber, verteilen, halten).
  • Eine weitere Art des Weitergebens, die in den Ablauf aufgenommen werden kann, ist das "Mischen": Jeder Spieler legt drei Karten auf einen Stapel in der Mitte des Tischs. Dieser wird dann gemischt, und die Karten werden wieder an die Spieler ausgeteilt. Wenn Sie mit einem Stock spielen, kann dieser ebenfalls mit den abgelegten Karten zusammen gemischt werden, so dass der neue Stock dann einige der abgelegten Karten enthalten kann.
Manchmal wird auch so gespielt, dass die Spieler keine Karten weitergeben müssen, wenn sie nicht möchten. Sie geben einfach die Karten, die an sie weitergegeben wurden, an den nächsten Spieler weiter, ohne sie anzuschauen. Dies kann unter Umständen dazu führen, dass ein Spieler die von ihm weitergegebenen Karten wieder zurückbekommt.

Spielen des Blatts

Manchmal wird auch so gespielt, dass Herzkarten jederzeit ausgespielt werden dürfen. Ursprünglich war das auch die Regel, aber in den USA wird heutzutage fast immer nach der Regel gespielt, dass Herz erst dann ausspielen darf, wenn bereits Herzen gebrochen wurden.

Die ursprüngliche Regel lautete, dass der Spieler zur Linken des Gebers immer zum ersten Stich ausspielt (anstatt des Spielers, der die Kreuz-2 auf der Hand hat) und dabei jede beliebige Karte ausspielen darf. Zum Teil wird auch heute noch so gespielt. Wenn Sie jedoch nach der heute üblichen Einschränkung bezüglich des Ausspielens der Herzkarten spielen, kann die erste ausgespielte Karte jede Karte außer einer Herzkarte sein.

Manchmal wird auch so gespielt, dass es regelwidrig ist, beim ersten Stich eine Karte zu spielen, die Strafpunkte zählt, es sein denn, Sie haben nur Karten, die Strafpunkte zählen, in Ihrem Blatt.

Manchmal wird auch so gespielt, dass die Pik-Dame Herzen bricht. Das heißt, dass nachdem die Pik-Dame oder irgendeine Herzkarte gefallen ist, jederzeit Herz ausgespielt werden darf.

Wenn noch keine Herzkarte gefallen ist und ein Spieler ausspielen muss, jedoch nur Herzkarten und die Pik-Dame hat, ist es vielerorts regelgerecht, dass Herz ausgespielt wird, anstatt den Spieler zu zwingen, die Pik-Dame auszuspielen.

Manche Spieler bestehen darauf, dass die Pik-Dame gespielt werden muss, sobald dies gefahrlos möglich ist. Dies könnte zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie die angespielte Farbe nicht bedienen können oder wenn bei einem Pik-Stich das Pik-Ass oder der Pik-König bereits gespielt wurden.

Wertung

Bei einigen Varianten gilt der Karo-Bube (oder manchmal auch die Karo-Zehn) als Bonuskarte, die minus 10 Punkte für den Spieler zählt, der sie in einem Stich aufnimmt. Wenn diese Variante der Punktwertung gespielt wird, bezeichnet man das Spiel als Omnibus Hearts. Um den Mond abzuschießen, müssen Sie alle Herzkarten und die Pik-D haben, und Sie können dann wie üblich entscheiden, ob 26 Punkte von Ihrem Punktestand abgezogen oder bei jedem anderen Spieler 26 Punkte hinzugefügt werden sollen. Darüber hinaus werden 10 Punkte vom Punktestand des Spielers abgezogen, der den Karo-Buben aufgenommen hat (dies kann derselbe Spieler sein, der den Mond abgeschossen hat).

Die Sonne abschießen bedeutet, dass man alle Stiche bekommt (im Gegensatz dazu, alle Punkte zu bekommen). Meistens wird dies mit 52 Punkten bewertet, wobei die Punktwertung wie beim Abschießen des Mondes erfolgt.

Es gibt einige Varianten, wie die Punktwertung beim Abschießen des Mondes erfolgen kann. Es gibt folgende Möglichkeiten:

  • Es werden immer 26 Punkte vom Punktestand des Spielers abgezogen, der den Mond abgeschossen hat.
  • Es werden immer 26 Punkte zum Punktestand aller anderen Spieler addiert.
  • Es werden immer 26 Punkte zum Punktestand der anderen Spieler addiert, es sei denn, dies würde dazu führen, dass einer von ihnen gewinnt; in diesem Fall werden 26 Punkte vom Punktestand des Spielers abgezogen, der den Mond abgeschossen hat.

Für manche Spieler kann das Erreichen eines gewissen Punktestands besondere Auswirkungen haben. Wenn zum Beispiel Ihr Punktestand am Ende eines Blatts genau 100 Punkte beträgt, werden 50 Punkte abgezogen (oder der Punktestand wird auf Null zurückgesetzt).

Wenn ein Spieler 100 Punkte oder mehr erreicht und es bei einem niedrigeren Punktestand einen Gleichstand gibt, können zusätzliche Runden gespielt werden, bis es einen eindeutigen Sieger gibt.

Team-Hearts

Es gibt zwei Varianten, wie vier Spieler Hearts in festen Partnerschaften spielen können, wobei die Partner einander gegenübersitzen.

  1. Die Stiche beider Partner werden zusammengenommen. Bei jedem Blatt erhält ein Team die Gesamtanzahl an Strafpunkten aus den von ihm gemachten Stichen. Ein "Slam" tritt ein, wenn ein Team alle 14 Strafkarten während eines Blatts erhält; das Team kann dann auswählen, ob 26 Punkte zum Punktestand der Gegner addiert oder 26 Punkte von ihrem eigenen Punktestand abgezogen werden sollen.
  2. Jeder Spieler behält einen eigenen Punktestand, und um "den Mond abzuschießen", muss ein einzelner Spieler alle Strafkarten gewinnen. Das Spiel dauert so lange, bis ein einzelner Spieler 100 Punkte oder mehr erreicht; dann werden die Punkte der Partner zusammengezählt, und das Team mit der geringeren Punktezahl gewinnt. Das heißt, dass Ihr Team selbst dann gewinnen kann, wenn Sie der Spieler sind, der 100 Punkte oder mehr erreicht. Wenn Sie zum Beispiel 105 Punkte haben und Ihr Partner 34 Punkte hat, Ihre Gegner jedoch 78 und 69 Punkte haben, dann gewinnt Ihr Team mit 139 zu 147 Punkten.

Versionen mit eineranderen Anzahl von Spielern

Das Spiel kann entweder mit drei oder fünf Spielern gespielt werden. Die Tatsache, dass die Karten nicht in gleicher Anzahl an die Spieler ausgeteilt werden können, kann folgendermaßen umgangen werden:

  1. Bei drei Spielern erhält jeder Spieler 17 Karten, bei fünf Spielern erhält jeder 10 Karten. Die ein oder zwei restlichen Karten werden als Stock bezeichnet; sie werden verdeckt in die Mitte des Tisches gelegt. Die Karten für den Stock sollten während des Austeilens beiseitegelegt werden und nicht als Letztes - die letzte Karte bekommt der Geber, so dass es nichts macht, falls er diese beim Austeilen versehentlich sieht. Der Spieler, der den ersten Stich gewinnt (oder alternativ die erste Strafpunkte zählende Karte in einem Stich aufnimmt), nimmt den Stock und legt die Karte(n) zu seinen gemachten Stichen (der Spieler darf sich die Karten anschauen). Falls die Kreuz-2 im Stock liegt, muss der Spieler, der die niedrigste Kreuzkarte hat, die nicht im Stock ist, diese ausspielen (wenn kein Spieler die Kreuz-2 hat, wird gefragt, wer die Kreuz-3 oder die Kreuz-4 usw. hat).
  2. Man geht genauso vor wie bei der oben beschriebenen Methode 1, aber der Spieler, der die erste Strafpunkte zählende Karte (oder alternativ den ersten Stich gewinnt), nimmt den Stock in sein Blatt auf und legt dieselbe Anzahl an Karten aus seinem Blatt verdeckt zu seinen Stichen.
  3. Bei drei Spielern wird die Karo-2 aus dem Kartenspiel entfernt, so dass 51 Karten übrig bleiben. Bei fünf Spielern wird zusätzlich die Kreuz-2 hat, spielt diese zum ersten Stich aus.

Wenn mit 3 Spielern gespielt wird, kann das Weitergeben nach folgenden Mustern erfolgen:

  • Links, rechts, halten, wiederholen.
  • Links, rechts, wiederholen.
  • Wenn Sie 4 Karten anstatt nur 3 Karten weitergeben, können Sie auch verteilen, indem Sie 2 Karten an jeden anderen Spieler weitergeben. Sie können das Verteilen dann in einen der oben genannten Abläufe einbeziehen.

Wenn mit 5 Spielern gespielt wird, kann das Weitergeben nach folgenden Mustern erfolgen:

  • Links, rechts, halten, wiederholen.
  • Links, rechts, wiederholen.
  • Links, rechts, 2. Spieler zur Linken, 2. Spieler zur Rechten, halten, wiederholen.
  • Links, rechts, 2. Spieler zur Linken, halten, links, rechts, 2. Spieler zur Rechten, halten, wiederholen.

Zwei Spieler können Huse Hearts for Two (Huse Hearts für zwei) spielen, eine interessante Variante, bei der mit einem blinden Blatt gespielt wird.

Turbo Hearts

Turbo Hearts wurde in den 1980er Jahren von Richard Garfield an der Universität von Pennsylvania eingeführt. Es handelt sich dabei um eine amerikanische Variante des chinesischen Spiels Gong Zhu (Fang das Schwein).

  • Der Karo-Bube wird hier wie in den oben beschriebenen Varianten verwendet.
  • Der Spieler, der die Karo-10 in einem Stich gewinnt, verdoppelt seine Punktzahl für dieses Blatt.
  • Nach dem Weitergeben, aber noch bevor der erste Stich gespielt wird, kann jeder Spieler eine der folgenden Karten "turbo-laden": Herz-Ass, Pik-Dame, Karo-Bube oder Kreuz-Zehn. Dies geschieht, indem sie die jeweilige Karte offen vor sich auf den Tisch legen.
  • Eine "turbo-geladene" Pik-Dame oder ein "turbo-geladener" Karo-Bube verdoppelt den Wert dieser Karte für dieses Blatt.
  • Ein "turbo-geladenes" Herz-Ass verdoppelt den Wert aller Herzkarten dieses Blatts.
  • Eine "turbo-geladene" Kreuz-10 vervierfacht die Punktzahl des Blattes des Spielers, der sie in einem Stich gewinnt.
  • Ein Spieler darf eine "turbo-geladene" Karte nicht beim ersten Mal, wenn die Farbe dieser Karte angesagt ist, spielen.

Booster-Nines

Richard Garfield empfiehlt die folgende Variante, die um 1990 herum eingeführt wurde. "Booster Nines" wird folgendermaßen gespielt: Wenn eine Neun zu einem Stich ausgespielt  oder gespielt wird, um eine Farbe zu bedienen, gibt es einen so genannten Boost: Es wird eine weitere Runde in der selben Farbe gespielt, d. h. jeder Spieler legt der Reihe nach eine weitere Karte ab. Die Farbe der ersten der acht gespielten Karten ist die angesagte Farbe, und die höchste Karte dieser Farbe gewinnt den acht Karten enthaltenden Stich. Wenn eine Neun abgeworfen wird (bei einer anderen angesagten Farbe gespielt wird) oder beim letzten Stich gespielt wird, gibt es keinen "Boost" - der Stich besteht dann wie üblich aus lediglich vier Karten.

Bei dieser Variante ist es etwas leichter, den Mond abzuschießen, da Sie einen "Verlierer" auf Ihre eigene gute Neun werfen können (oder eine von einem Gegner gespielte).

Cancellation Hearts

Diese Variante von Hearts eignet sich für 6 bis 10 Spieler, wobei zwei Standardkartenspiele aus je 52 Karten zusammengemischt werden. Die Karten werden ausgeteilt, bis keine mehr übrig sind, bzw. wenn noch Karten übrig sind, werden diese als Stock verdeckt auf den Tisch gelegt, der dann vom Gewinner des ersten Stichs aufgenommen wird. Der Spieler links neben dem Geber beginnt und kann jede beliebige Farbe und Karte ausspielen.

Wenn zwei identische Karten in einem Stich gespielt werden, dann heben sie sich gegenseitig auf, und keine kann den Stich gewinnen (aber sie bringen trotzdem Strafpunkte ein, wenn es sich um Strafpunkte zählende Karten handelt). Der Stich wird von der höchsten Karte der angesagten Farbe, die nicht doppelt vorkommt, gewonnen. Wenn alle in der angesagten Farbe gespielten Karten Paare sind, die sich gegenseitig aufheben, bleibt der Stich auf dem Tisch, der gleiche Spieler spielt noch einmal aus, und der Spieler, der diesen nächsten Stich gewinnt, bekommt die Karten. Wenn es beim letzten Stich keinen Gewinner gibt, bekommt der Gewinner des vorherigen Stichs die Karten.

Spot Hearts

Hierbei handelt es sich um eine Variante, bei der der Strafwert der Herzkarten ihrem Zahlwert entspricht. Das heißt, die Zwei zählt 2 Strafpunkte, die Drei 3, die Vier 4 usw. Der Herz-Bube zählt 11 Strafpunkte, die Herz-Dame 12, der Herz-König 13, das Herz-Ass 14 und die Pik-Dame 25.

Alternativ wird manchmal auch so gespielt, dass die Karten von 2-10 ihren Nennwert zählen, alle Herz-Bildkarten 10 Strafpunkte zählen, das Herz-Ass 15 und die Pik-Dame 25.

Wenn "Spot Hearts" gespielt wird, sind die Punktzahlen höher, so dass man eine höhere Gesamtpunktzahl, z. B. 500, festlegen muss.

Black Maria

Hierbei handelt es sich um die britische Variante von Hearts, die manchmal auch Dirty Lady oder Slippery Bitch genannt wird.

Hinweis: Es gibt auch ein finnisches Spiel, das Black Maria heißt (Mustamaija auf Finnisch, Svarta Maija auf Schwedisch), bei dem es sich jedoch um ein vollkommen anderes Spiel handelt. Eine Beschreibung dieses Spiels finden Sie auf der Mustamaija-Seite.

Bei Black Maria gibt es normalerweise 3 Spieler; die Kreuz-2 wird aus dem Kartenspiel entfernt, und jeder Spieler bekommt 17 Karten. Black Maria kann auch zu viert gespielt werden. In diesem Fall werden alle Karten ausgeteilt.

Die Karten werden immer in dieselbe Richtung weitergegeben - in den meisten Büchern steht, dass drei Karten nach rechts weitergegeben werden sollen, aber manchmal wird auch so gespielt, dass drei nach links weitergegeben werden.

Der Spieler links neben dem Geber beginnt und kann jede beliebige Farbe und Karte ausspielen. Es gibt keine Beschränkung bezüglich des Ausspielens von Herzkarten.

Es gibt verschiedene alternative Wertungssysteme:

  • 1 für jede Herzkarte, 13 für die Pik-Dame (wie in den USA)
  • 1 für jede Herzkarte, 13 für die Pik-Dame, 10 für den Pik-König, 7 für das Pik-Ass (insgesamt 43 Punkte)
  • Wie bei Spot Hearts: Die Herzkarten 2-10 zählen ihren Nennwert; Herz-B, -D, -K 10 Punkte; Herz-Ass 15 Punkte; Pik-Dame 25 Punkte. In diesem Fall wird das Spiel gespielt, bis ein Spieler 500 Punkte erreicht anstatt 100 Punkte.

Dirty Nasty Filthy Hearts (Da Nasty Fix)

Shiva Ctylyctyc beschreibt eine Variante von Hearts, die aus Florida kommt.

  • Der Karo-Bube zählt minus 10 (er ist auch unter dem Namen "The Lil Man" oder "The Cake Daddy"bekannt). Caking beschreibt die Tatsache, dass jemand mit Geld, Geschenken usw. überhäuft wird, ohne dass dafür eine Gegenleistung verlangt wird.
  • Für die Pik-Dame ("The Queen Bitch") gibt es 26 Strafpunkte und für die anderen drei Königinnen jeweils 13 Strafpunkte.
  • Aufgrund der höheren Anzahl an Strafpunkten beim Spielen wird das Spiel gespielt, bis ein Spieler 300 Punkte erreicht. Wenn ein Spieler 300 Punkte oder mehr erreicht, gewinnt der Spieler mit der niedrigsten Punktzahl.
  • Wenn Sie erfolgreich schießen - also alle Strafpunkte zählenden Karten in Ihren Stichen erhalten - gewinnen Sie das Spiel, und der Spieler zu Ihrer Linken muss seinen Platz für den nächsten Spieler freimachen, sofern noch andere Spieler darauf warten, mitzuspielen.
  • Beim ersten Stich dürfen keine Strafpunkte zählende Karten gespielt werden ("The Calm"(Die Ruhe)). Manchmal wird auch eine Variante gespielt, die "Wide Open" (weit offen) heißt, was bedeutet, dass jegliche Karte beim ersten Stich gespielt werden kann.
  • Die Kreuz-Zwei beginnt - der Spieler, der sie auf der Hand hat, spielt damit zum ersten Stich aus.
  • Nach dem Abheben, aber vor dem Austeilen, darf der Geber die "Weitergabe benennen", das heißt, er gibt an, wie die Karten bei diesem Blatt weitergegeben werden. Der Geber kann eine beliebige Variante aussuchen (zum Beispiel: zwei nach links, eine nach rechts), vorausgesetzt, dass jeder Spieler drei Karten weitergibt und auch drei Karten erhält und dass alle vier Spieler dieselbe Methode anwenden. Eine weitere Option ist ein besonderes Weitergeben, das "Shittin' in the Kitty" heißt - jeder Spieler gibt seine Karten in die Mitte weiter, und diese 12 Karten werden dann gemischt und vom Geber ausgeteilt.
  • Herzkarten abzuwerfen, heißt "painting" (Anmalen), einen Pik-Lauf zu spielen, heißt "Beating for the Bitch" (wie in der Redewendung "'beating the bush for ...'"(etwas austreiben)). Die Kreuz-Damen und die Herz-Damen werden "The Weak Bitches" genannt, weil die Kreuz-D zur Hauptabwurf-Farbe gehört und die Herz-D zur "Anmal"-Farbe gehört.
  • Niedrige Karten werden "duckers" genannt, und üblicherweise rufen die Spieler "That ain't no duckah!" (Das ist kein "ducker"!), bevor sie die von Ihnen ausgespielte Karte "anmalen",  besonders  wenn Sie eine „ducker“ Karte hätten ausspielen können, aber sich beim Zählen der schon ausgespielten Karten vertan haben.

Heutzutage gibt es einige taktische Feinheiten, wie zum Beispiel:

  • Sie müssen die Dame jeder Farbe haben, um "den Mond abschießen" zu können.
  • Da Sie gewinnen können, wenn Sie "den Mond abschießen", liegt es nicht im Interesse Ihrer Mitspieler, Ihnen zu helfen (es sei denn, sie möchten den Spieler zu Ihrer Linken loswerden).
  • Wie kann ich den Karo-Buben ohne die Karo-Dame gwinnen (die als "Rich Bitch" oder "Money Bitch" bezeichnet wird; manchmal wird sie auch als "Thief Bitch" bezeichnet, da es Ihnen die minus 10 für den Buben "stehlen" kann und Sie stattdessen plus 3 erhalten).
  • Ein gewisses Maß an Diplomatie ist notwendig, wenn Sie die Mitspieler davon überzeugen wollen, dem Spieler zu Ihrer Rechten nicht dabei zu helfen, Sie "abzuschießen". Sie könnten jedoch in Versuchung geraten, ihm zu helfen, um Sie aus dem Spiel zu kriegen, wenn Sie häufig gewinnen oder unerträglich werden.
  • Diese Variante von Hearts lässt sich leicht in ein fieses Trinkspiel umwandeln.

Andere Websites und Bücher zu Hearts

Nachfolgend finden Sie einige andere Websites, auf denen die Regeln von Hearts und den zugehörigen Varianten erklärt werden:

  • John Hay's Hearts page (John Hays Hearts-Website), von der ein großer Teil der obigen Informationen stammt.
  • Alan Hoyle's Hearts Page (Alan Hoyles Hearts-Website), auf der Sie einige typische Regeln fi nden.
  • Alan Hoyle hat auch eine Link zur Caltech-Variante bereitgestellt, einer etwas komplizierteren Variante, die früher auf seiner Website war.
  • Cavendish Rules of Hearts (Cavendish-Regeln für Hearts) finden Sie auf der Website von Bob Ciaffone.
  • Alan Gilfoy's Hearts page (Alan Gilfoys Hearts-Website)
  • Rickety Kate, die australische Variante von Hearts, ist praktisch identisch mit der amerikanischen Variante. Diese Variante wird auf der White Knuckle Hearts-Website beschrieben.
  • Ein Archivexemplar von Dave Barkers Rules for Hearts (Hearts Regeln)-Website, auf der einige der Varianten von Hearts aus diversen Büchern zu Kartenspielen behandelt werden.
  • Gong Zhu (Fang das Schwein) ist eine erweiterte Variante von Hearts, die in China gespielt wird.
  • Golden Ten ist eine einfache Variante von Hearts, die mit Rook-Karten gespielt wird.
  • Auf Larry Charbonneaus Website Complex Hearts findet man eine Variante von Richard Garfield, bei der die Punktwertung mit komplizierten Zahlen erfolgt; das Ziel des Spiels besteht darin, die Gesamtpunktzahl unter 100 zu halten.
  • Super Hearts ist eine von Jerry Schwartz erfundene Variante, bei der die Punktwertung sehr kompliziert ist, um das Spiel anspruchsvoller zu gestalten.
  • Auf cribbage.ca finden Sie eine Beschreibung einer französisch-kanadischen Variante, die unter dem Namen Dame de Pique bekannt ist, bei der keine Karten weitergegeben werden und bei der der Spieler links des Gebers als Erster ausspielt, und zwar mit einer beliebigen Karte.
  • Die Website Comment gagner à la Dame de pique beschreibt die amerikanische Version von Hearts, die als Computerspiel von Microsoft Windows versandt wurde, und enthält Ratschläge bezüglich der Strategie.
  • Die Website Hearts Variations, die man unter "Erfundene Spiele" auf pagat.com findet, enthält weitere Varianten, die von Benutzern dieser Website eingeschickt wurden.

Ein ausgezeichneter Leitfaden zur Strategie von Hearts findet sich in Joe Andrews' Buch Win at Hearts, das 1998 in einer neuen und erweiterten Auflage erschien. Hier erfahren Sie alles über Techniken beim Weitergeben, das Verwalten von Pik- und Herz-Karten, wie man "Slams" spielen und sich dagegen verteidigen kann, Vermeidungsspiele und fortgeschrittene Ausscheidungsspiele.

Sie können "Win At Hearts" bei amazon.com bestellen

Win at Hearts

Hearts-Software

Nachfolgend haben wir einige Hearts-Computerprogramme aufgelistet:

  • TurboHearts von Interactive Systems Inc (damit kann man nur das normale Hearts spielen, nicht die auf dieser Website beschriebene Turbo-Variante). Eine kostenlose Testversion von TurboHearts ist ebenfalls verfügbar.
  • Interactive Systems produziert auch Hearts Wizard, ein Hearts-Programm mit einer verbesserten Benutzeroberfläche, einschließlich umfangreicher Rezensions- und Statistikausstattung. Hier finden Sie die kostenlose Testversion von Hearts Wizard.
  • The Real Deal von MVP Software enthält auch ein Hearts-Programm.
  • Mit Championship Hearts Pro von DreamQuest Software können Sie gegen Gegner aus dem Computer spielen. Verfügbar für PC-Windows, Palm, Pocket PC und Handy.
  • Die Sammlung HOYLE Card Games für Windows oder Mac OS X enthält neben weiteren beliebten Kartenspielen auch ein Programm für Hearts.
  • Auf solitaireonline.com können Sie Bram Schoonhoven's Hearts game online gegen Computergegner spielen.
  • Auf patiencespelen.nl können Sie Hartenjagen, die niederländische Version von Hearts, online gegen Computergegner spielen. Dieses Spiel wird mit 32 Karten (bis hinunter zu 7) gespielt: jede Herzkarte zählt einen Strafpunkt, die Pik-Dame zählt 5 und der Kreuz-Bube 2, was eine Gesamtpunktzahl von 15 für jede Runde ergibt.
  • Auf Thanos Card Games finden Sie ein kostenloses Hearts-Programm zum Herunterladen.
  • Mit dem Programm Funcrd Card Games von The Softgame Company kann man auch Hearts, Spades, Cribbage und Go Fish spielen.
  • Fat Cat Hearts ist bei Accidental Software erhältlich

Online Hearts

Hier finden Sie einige Websites, auf denen Sie online gegen echte Gegner Hearts spielen können:

Hearts kann per E-Mail auf Richard's Play-By-eMail Server gespielt werden.

World Winner bietet Hearts- und andere Turniere mit mehreren Spielern an, die um Geldpreise gespielt werden können.

Megadollar Games bietet Online-Hearts-Turniere für zwei Spieler um Geldpreise an.