War

Einleitung

Dieses Spiel wird in vielen Ländern und vor allem von Kindern gespielt. Es gibt keine Strategie. Es geht einfach darum, unter zwei Karten die höhere Karte zu erkennen und die Spielregeln einzuhalten. Zuerst wird die Standardform, das Spiel für zwei Spieler, beschrieben, danach das Spiel für drei oder vier Spieler und schließlich eine russische Version mit dem Namen Trinker (P'yanitsa).

Auf der Seite War – Varianten finden Sie Varianten des Spiels "War", die von Lesern eingereicht wurden.

War für zwei Spieler

In der Grundform dieses Spieles gibt es zwei Spieler, und es wird das Standardkartenspiel mit 52 Karten verwendet. Es gilt die übliche Reihenfolge im Wert der Karten (von oben nach unten): A K D B Z 9 8 7 6 5 4 3 2. Die Farben werden in diesem Spiel ignoriert.

Teilen Sie alle Karten aus, sodass jeder Spieler 26 Karten hat. Die Spieler sehen sich ihre Karten nicht an, sondern halten sie verdeckt in einem eigenen Stapel. Das Ziel des Spiels besteht darin, alle Karten zu gewinnen.

Beide Spieler decken gleichzeitig ihre jeweils oberste Karte auf und legen sie auf den Tisch. Der Spieler, der die höhere Karte aufgedeckt hat, erhält beide Karten und legt sie verdeckt unter seinen Stapel. Danach decken beide Spieler gleichzeitig ihre nächste Karte auf und so weiter.

Wenn die aufgedeckten Karten gleich sind, gibt es Krieg. Die bereits ausgespielten Karten bleiben auf dem Tisch. Beide Spieler ziehen nun die nächste Karte von ihrem Stapel, legen sie verdeckt auf ihre bereits liegende Karte, ziehen dann eine weitere Karte und legen sie aufgedeckt als dritte Karte darauf. Der Spieler, dessen oberste aufgedeckte Karte den höheren Wert hat, gewinnt den Krieg. Er erhält alle sechs Karten und legt sie (verdeckt) unter seinen Stapel. Wenn die zuletzt aufgedeckten Karten ebenfalls gleich sind, geht der Krieg weiter: Jeder Spieler legt eine weitere Karte verdeckt und die nächste Karte aufgedeckt dazu. Auf diese Art währt der Krieg so lange, wie die zuletzt aufgedeckten Karten gleich sind. Sobald sie unterschiedlich sind, erhält der Spieler mit der höheren Karte alle Karten im Krieg.

Das Spiel währt so lange, bis ein Spieler alle Karten hat. Dieser Spieler hat gewonnen. Das kann lange dauern.

Aus den meisten Beschreibungen des Spiels "War" geht nicht eindeutig hervor, was geschieht, wenn einem Spieler im Krieg die Karten ausgehen. Es gibt mindestens zwei Möglichkeiten:

  1. Wenn Ihre Karten nicht ausreichen, um den Krieg zu führen, haben Sie verloren. Wenn keiner der Spieler genügend Karten hat, verliert der Spieler, dem sie zuerst ausgehen. Wenn beiden Spielern die Karten gleichzeitig ausgehen, ist dies ein Unentschieden. Beispiel: Spieler A und Spieler B spielen beide eine Sieben. Also gibt es Krieg. Jeder Spieler spielt eine verdeckte Karte, die bei Spieler B die letzte Karte ist. Spieler A gewinnt, da Spieler B nicht genügend Karten hat, um den Krieg zu führen.
  2. Wenn Ihnen während des Kriegs die Karten ausgehen, wird Ihre zuletzt ausgespielte Karte aufgedeckt und für alle Schlachten in diesem Krieg eingesetzt. Wenn dies beiden Spielern in einem Krieg passiert und die letzten Karten dieser Spieler gleich sind, ist das Spiel unentschieden. Beispiel: Spieler A und Spieler B spielen beide eine Sieben. Also gibt es Krieg. Spieler A spielt eine verdeckte Karte. Spieler B hat aber nur noch eine Karte und muss sie deshalb aufgedeckt ausspielen. Es ist eine Dame. Spieler A spielt eine aufgedeckte Karte. Da dies ebenfalls eine Dame ist, muss der Krieg weitergehen. Während die Dame von Spieler B (seine letzte Karte) liegen bleibt, spielt A eine verdeckte Karte und eine aufgedeckte Karte, die eine Neun ist. Spieler B gewinnt den Krieg und erhält alle sieben Karten (die fünf Karten, die A gespielt hat, und die zwei Karten, die B gespielt hat). Danach geht das Spiel normal weiter.

War für drei oder vier Spieler

War kann auch von drei oder mehr Spielern auf fast dieselbe Art gespielt werden. Teilen Sie so viele Karten wie möglich aus, sodass jeder Spieler die gleiche Anzahl Karten hat (17 bei 3 Spielern, 13 bei 4 Spielern).

Alle Spieler decken gleichzeitig eine Karte auf. Die höchste Karte gewinnt alle aufgedeckten Karten. Wenn es zwei oder mehr Spieler gibt, die die höchsten Karten aufgedeckt haben, und diese Karten gleich sind, gibt es Krieg. Jeder spielt nun die nächste Karte verdeckt und dann eine dritte Karte aufgedeckt. Dies geht so lange weiter, bis eine der aufgedeckten Karten höher ist als alle anderen Karten. Der Spieler dieser Karte erhält alle Karten im Krieg.

Beachten Sie, dass nicht nur die Spieler mit den höchsten Karten, sondern alle Spieler an einem Krieg teilnehmen.

Ein Spieler, dem die Karten ausgehen, scheidet aus. Das Spiel dauert so lange, bis nur noch ein Spieler Karten hat. Dieser Spieler hat gewonnen.

Varianten

Viele Spieler spielen mit drei verdeckten Karten in einem Krieg anstatt mit nur einer Karte. Wenn gleiche Karten aufgedeckt wurden, spielen die Spieler die nächsten drei Karten von ihrem Stapel verdeckt aus und dann eine Karte aufgedeckt, um zu entscheiden, welcher Spieler alle zehn Karten erhält. Manche rufen "Jetzt - gibt - es - Krieg", wobei sie das Wort "Krieg" ausrufen, während die neue aufgedeckte Karte ausgespielt wird.

Manchmal wird das Kartenspiel um zwei Joker ergänzt, die als höchste Karte noch über dem Ass stehen. Da der Joker eine sehr wertvolle Karte ist, möchten manche sichergehen, dass niemals ein Spieler beide Joker hat. Stattdessen nehmen sie die Joker aus dem Kartenspiel, bevor die Karten ausgeteilt werden, und stecken nach dem Austeilen einen Joker in den Stapel jedes Spielers.

In der rumänischen Variante Război wird die Anzahl der Karten, die in einem Krieg gespielt werden, anhand des Wertes der Karte bestimmt, die zum Krieg geführt hat. Wenn zum Beispiel beide Spieler eine Sieben aufgedeckt haben, muss jeder Spieler im Krieg sieben Karten ausspielen, von denen die letzte aufgedeckt wird und den Gewinner bestimmt. Es ist nicht ganz sicher, wie in dieser Version die Bildkarten behandelt werden. Möglicherweise haben alle Bildkarten den Wert 10. Wenn ein Spieler nicht genügend Karten hat, um den Krieg zu führen, spielen alle Spieler nur so viele Karten aus, wie der Spieler mit den wenigsten Karten hat. Wenn es Krieg gibt und einer der Teilnehmer überhaupt keine Karten mehr hat, hat dieser Spieler verloren.

Auf der Seite War – Varianten des Abschnitts "Erfundene Spiele" finden Sie viele Varianten, die von Lesern dieser Site eingereicht wurden.

Steal War

Diese Variante, die von Gary Philippy und Hayes Ruberti eingereicht wurde, ist eine Art Mischung aus War und Stealing Bundles. Die Basis ist eine normale Form des Spiels "War", bei der im Krieg drei verdeckte Karten und eine aufgedeckte Karte gespielt werden. Das Kartenspiel enthält zwei Joker, die die höchsten Karten sind.

Die gewonnenen Karten steckt der Gewinner nicht unter den Kartenstapel, von dem er seine Karten zieht, sondern in einen Stapel aufgedeckter Karten neben sich. Jeder Spieler hat genau einen Stapel aufgedeckter Karten. Die dazugewonnenen Karten legt der Gewinner auf den Stapel, wobei er entscheiden kann, welche dieser neuen Karten ganz oben liegen soll.

Wenn die Spieler Karten von ihrem Stapel verdeckter Karten ziehen, sehen sie sich diese Karten erst einmal an, bevor sie sie ausspielen. Wenn der Wert Ihrer Karte mit dem der obersten Karte auf dem Stapel aufgedeckter Karten eines Gegners übereinstimmt, können Sie mit dieser Karte jenen Stapel stehlen, anstatt sie normal auszuspielen. Dazu legen Sie Ihre Karte aufgedeckt auf den Stapel, den Sie gerade stehlen möchten, nehmen dann den gesamten gestohlenen Stapel und legen ihn auf Ihren eigenen Stapel, ohne die Reihenfolge der Karten zu ändern. Danach sehen Sie sich die nächste Karte von Ihrem Stapel verdeckter Karten an und spielen sie aus. (Bei einem Spiel mit mehr als zwei Spielern könnten Sie aber auch einen weiteren Stapel stehlen und dann die nächste Karte ausspielen.)

Da die drei Karten, die in einem Krieg verdeckt ausgespielt werden, nicht angesehen werden dürfen, kann auch der Stapel eines Gegners nicht mit ihnen gestohlen werden. Die darauf folgende Karte kann jedoch zum Stehlen verwendet werden, wenn sie zum Stapel eines Gegners passt.

Eine ausgespielte Karte kann nicht mehr verwendet werden, um den Stapel eines Gegners zu stehlen. Manchmal lassen die Spieler ihre Gelegenheiten zum Stehlen aus Versehen aus. Sie können aber auch bewusst entscheiden, ihre Karte auszuspielen, anstatt sie zum Stehlen zu verwenden. Sie könnten es also zum Beispiel vorziehen, sie zu nutzen, um einen Krieg zu gewinnen, anstatt einen kleinen Stapel zu stehlen.

Sobald vom Stapel verdeckter Karten eines Spielers die letzte Karte gezogen wurde, wird der Stapel aufgedeckter Karten dieses Spielers umgedreht und gemischt und dient ab sofort als Stapel verdeckter Karten, von dem die Karten ausgespielt werden.

Ein Spieler, dem in einem Krieg die Karten ausgehen, hat sofort verloren.

Gemäß der ursprünglichen Beschreibung dieses Spiels besteht die Möglichkeit, einen gestohlenen Stapel sofort zurückzustehlen, wenn beide Spieler eine Karte ziehen, deren Wert mit dem der obersten Karte auf einem der Stapel übereinstimmt. Dies hängt vom zeitlichen Ablauf des Spiels ab. Wenn die oberste Karte auf dem Stapel aufgedeckter Karten von Spieler A eine 9 ist und die nächste Spielkarte sowohl von A als auch von B eine 9 ist, kann Spieler B den Stapel von A stehlen, und A kann diesen Stapel zurückstehlen, vorausgesetzt, dass B stiehlt, bevor A ausgespielt hat. Wenn B wartet, bis A die 9 ausgespielt hat, kann A die Karte nicht mehr zum Stehlen verwenden und die Karten bleiben bei B. Dies ist ziemlich unbefriedigend, da in dieser Situation A und B beliebig lange warten könnten, bis der jeweils andere zuerst ausspielt. Als Lösung wird die folgende Regel empfohlen: Wenn Sie eine Karte ausspielen, deren Wert mit dem der obersten Karte auf Ihrem eigenen Stapel übereinstimmt, ist damit Ihr Stapel in dieser Spielrunde geschützt und kann nicht gestohlen werden. In unserem Beispiel kann somit A die 9 normal ausspielen, und B kann den Stapel von A nicht stehlen. B kann die 9 nur normal ausspielen, um einen Krieg auszulösen.

P'yanitsa (Trinker)

Leo Broukhis hat diese russische Version des Spiels "War" beigesteuert, die laut seiner Aussage am häufigsten von Kindern im Sommerlager an Regentagen gespielt wird.

Anzahl der Spieler:
2, obwohl auch 3 oder 4 nicht ungewöhnlich sind.
Spielkarten:
36 Karten - A-K-D-B-Z-9-8-7-6 von jeder Farbe. Es wäre zwar möglich, aber nicht üblich, ein Kartenspiel mit 52 Karten zu verwenden.
Ziel:
Es gibt zwei Versionen: In der einen Version besteht das Ziel darin, zu vermeiden, am Ende alle Karten zu besitzen. In der anderen Version gilt das genaue Gegenteil – die Karten dürfen nicht ausgehen.
Das Geben der Karten:
Alle Karten werden verdeckt ausgeteilt. Jeder Spieler erhält dieselbe Anzahl Karten und hält sie als Stapel verdeckter Karten.
Ablauf des Spiels:
Das Spiel besteht aus einer Reihe von Stichen. Jeder Stich wird wie folgt gespielt: Alle Spieler decken in beliebiger Reihenfolge die oberste Karte ihres Stapels auf und legen sie auf den Tisch. Der Spieler mit der höchsten Karte gewinnt den Stich. Er erhält die Karten auf dem Tisch und legt sie (verdeckt) in beliebiger Reihenfolge unter seinen Stapel.
Die Karten reichen vom Ass (dem höchstern Wert) bis zur Sechs (dem niedrigsten Wert), außer dass eine Sechs ein Ass schlägt. Mit anderen Worten: Wenn eine Sechs und ein Ass ausgespielt werden, zählt die Sechs als höchste Karte und gewinnt den Stich. Wenn aber eine Sechs ausgespielt wird und kein anderer Spieler ein Ass ausgespielt hat, zählt die Sechs als niedrigste Karte. (Wenn mit 52 Karten gespielt wird, wäre es die 2 und nicht die 6, die das Ass schlagen würde.)
Bei einem Unentschieden zwischen den höchsten Karten bestehen die folgenden Möglichkeiten:
  • Jeder Spieler legt auf die Karte, die er im vorherigen Stich ausgespielt hat, eine neue aufgedeckte Karte, oder
  • jeder Spieler legt auf die Karte, die er im vorherigen Stich ausgespielt hat, eine neue verdeckte Karte und dann noch eine aufgedeckte Karte.
Es muss im Voraus abgesprochen werden, welche dieser zwei Methoden angewandt werden soll. In beiden Fällen gewinnt der Spieler den Stich, der zuletzt die höchste aufgedeckte Karte ausgespielt hat. Bei einem Unentschieden wird der Vorgang wiederholt.
Ende des Spiels:
In der einen Version ist der Spieler der Verlierer, der am Ende alle Karten hat. Dies ist der Trinker ("der alles getrunken hat"). In der anderen Version ist der Spieler der Verlierer, der zuerst keine Karten mehr hat. Dies ist der Trinker ("der alles bezahlt hat").

Tod und Leben

Günther Senst hat diese einfache Variante als Vorschulkind in Mecklenburg gespielt. Wir wißen nicht, ob es in ganz Deutschland unter diesem Namen bekannt ist.

  • Benutzt wird ein Skatspiel. Rangfolge der Karten: A - K - D - B - 10 - 9 - 8 - 7 - Die Farben spielen keine Rolle.
  • Die Karten werden sorgfältig gemischt, und jeder bekommt 16 Karten verdeckt.
  • Beide Spieler decken gleichzeitig die oberste Karte auf. Die höhere Karte bekommt den Stich von 2 Karten.
  • Werden 2 Karten gleichen Wertes aufgedeckt, werden einfach die beiden nächsten Karten aufgedeckt, so daß der Stich dann 4 Karten enthält.
  • Und so weiter.
  • Sind die beiden letzten Karten gleich, bekommt jeder eine Karte.
  • Wer die meisten Karten nach dem Aufdecken aller 16 Karten hat, hat diese Runde gewonnen.
  • Die Anzahl der Runden ist beliebig.

Software und Onlinespiele

Die Sammlung HOYLE Card Games für Windows oder Mac OS X enthält neben weiteren beliebten Kartenspielen auch ein Programm für das Spiel "War".