Tonk

Diese Regel wurde von John McLeod geschrieben. Sie stützt sich auf verschiedene Quellen, darunter auch Artikel unter rec.games.playing-cards und auf Informationen von Varianten vieler Briefpartner.

Einleitung

Tonk, das auch als Tunk bekannt ist, ist eine Art Rommé mit Klopfen, das in den USA gespielt wird. Es war ein bevorzugtes Spiel unter Jazzmusikern in den 30er und 40er Jahren, was mindestens von zwei Mitgliedern des Duke Ellington Orchesters bestätigt wird (siehe Quellenangaben). Möglicherweise hat es einer  Klavierkomposition von Billy Strayhorn den Namen gegeben, die er 1940 schrieb. Duke nahm Tonk, zusammen mit Strayhorn, im Jahre 1946 auf. Man sagt, dass es auf den Philippinen erfunden wurde, was durchaus möglich ist, weil das verwandte Spiel Tong-Its mit 12 Karten heute dort gespielt wird.

Seither ist Tonk bekannter geworden, und es gibt zahlreiche Varianten. Nichtsdestoweniger scheinen viele Spieler ganz sicher zu sein, dass ihre Art des Spiels die einzig richtige ist. Bevor man also ein Spiel mit unbekannten Spielern beginnt, ist es sinnvoll, sich am Anfang darüber zu einigen, nach welchen Regeln gespielt werden soll. Wir geben zunächst eine typische Version des Spiels. Es folgt danach eine Auswahl von alternativen Regeln, mit denen man vielleicht konfrontiert wird.

Anzahl der Spieler, Karten und Einsätze

Theoretisch kann eine beliebige Anzahl von Spielern teilnehmen, aber im allgemeinen ist man der Ansicht, dass zwei oder drei Spieler am besten sind, vielleicht auch vier. Weil es viele Möglichkeiten der Hetze und der betrügerischen Absprache gibt, wenn mehr als zwei spielen, ziehen es viele Spieler vor, nur zu zweit zu spielen.

Es wird ein Standardkartenspiel von 52 Karten ohne Joker benutzt. Die Karten haben folgende Punktwerte: Bildkarten zählen 10 Punkte, Asse zählen je einen Punkt, und die übrigen Karten haben den Punktwert ihrer Zahlen.

Tonk wird normalerweise um Geld gespielt. Die Spieler sollten sich vor Spielbeginn über den Grundeinsatz einigen. (Das ist der Betrag, den der Gewinner einer Hand normalerweise von jedem der anderen Spieler bekommt.) In bestimmten Fällen bekommt der Gewinner einen doppelten Grundeinsatz – das ist allgemein als Tonk bekannt.

Die Spieler heben ab, um den ersten Geber zu bestimmen. Die höchste Karte ist der erste Geber; wenn mehr als zwei Spieler spielen, sitzt die nächsthöhere Karte links vom Geber, und so weiter in der Runde. Wenn ein dazukommender Spieler am Spiel teilnehmen will, dann setzt er sich zur Rechten des Gebers.

Das Geben der Karten

Die Karten werden einzeln im Uhrzeigersinn an jeden Spieler ausgeteilt, bis jeder fünf Karten hat. Die nächste Karte wird offen auf den Tisch gelegt; sie ist die erste Karte des Ablagestapels; die übrigen nicht ausgeteilten Karten werden verdeckt in einem Stapel neben den Ablagestapel hingelegt, das ist der Stapel.   

Jeder Spieler, dessen Hand nach dem Austeilen 49 oder 50 Punkte hat, muss das sofort ansagen und seine Karten vorzeigen: das wird häufig als „Tonk“ bezeichnet. In diesem Fall wird die Hand nicht gespielt und der Spieler mit den 49 oder 50 Punkten bekommt von allen anderen Spielern den doppelten Grundeinsatz. Wenn mehr als ein Spieler 49 oder 50 Punkte hat, gilt das als unentschieden – es wird nichts gezahlt, die Karten werden zusammengeworfen und der nächste Spieler gibt.

Das Spiel

Das Spiel beginnt, wenn kein Spieler eine Gewinnhand mit den notwendigen Punkten hält. Das Spielziel ist, durch Ziehen und Ablegen mit seinen Karten Meldungen zu erzielen. Es können Bücher sein – das sind 3 oder 4 Karten gleichen Ranges – oder es kann eine Folge von 3 oder mehr Karten in einer Farbe sein, oder man kann Karten loswerden, indem man Karten an vorhandene Meldungen anlegt. Man gewinnt, wenn man alle seine Karten losgeworden ist oder wenn man die geringste Punktzahl in den eigenen verbliebenen Karten hat, die zu keiner Folge oder zu keinem Buch gehören, wenn irgendeiner das Spiel stoppt. Man beachte: Wenn das Spiel begonnen hat, nützt es nicht, 49 oder mehr Punkte zu sammeln; das ist nur ein Gewinn, wenn man in den zugeteilten Karten diesen Wert hat, bevor das Spiel beginnt.

Der Spieler links vom Geber spielt als erster, und es wird im Uhrzeigersinn weiter gespielt. Wenn man an der Reihe ist, hat  man zwei Möglichkeiten:

  • Wenn man an der Reihe ist, kann man zu Beginn seines Spielzuges das Spiel beenden, indem man alle seine Karten offen auf den Tisch legt. Das nennt man Hinlegen (oder Niedrig aufhören, oder manchmal Klopfen). Wenn man das macht, behauptet man, dass die eigene Hand eine geringere Punktsumme hat als die irgendeines anderen Spielers.
  • Wenn man sich nicht hinlegt, muss man entweder die oberste Karte des verdeckten Stapels ziehen oder die oberste Karte des Ablagestapels nehmen. Dann kann man möglicherweise die Anzahl seiner Karten vermindern, indem man eine Meldung offen auf den Tisch legt oder indem man Karten zu Meldungen auf dem Tisch hinzufügt. Man beendet seinen Spielzug, indem man eine Karte offen auf den Ablagestapel legt.

Während des Spiels sollte nur die oberste Karte des Ablagestapels sichtbar sein. Es ist den Spielern nicht erlaubt, diesen Stapel durchzusehen um herauszufinden, welche Karten schon abgelegt wurden.

Wenn man nach dem Ziehen vom verdeckten Stapel oder vom Ablagestapel eine Meldung von drei oder mehr Karten hat, kann man diese offen auf den Tisch legen. Die Punktwerte dieser Meldung werden dann nicht mehr den Punkten der Handkarten hinzugezählt. Es gibt zwei Arten von Meldungen:

Ein Buch besteht aus drei oder vier Karten gleichen Rangs, z. B. spadeQ-heartQ-diamondQ oder heart4-club4-diamond4-spade4.
Eine Folge besteht aus drei oder  mehr aufeinander folgenden Karten einer Farbe, z. B. spadeA-spade2-spade3 oder heart8-heart9-heart10-heartB. Das Ass ist immer niedrig und steht vor der 2 und folgt nicht dem König.

Eine andere Möglichkeit die Anzahl der Karten in der Hand zu vermindern ist es, wenn man eine Meldung verlängert, die vorher von einem selber oder von einem Mitspieler auf den Tisch gelegt wurde.  Wenn man eine Karte auf den Tisch legt, um eine Meldung zu verlängern, nennt man es manchmal draufhauen. Z. B. Wenn club5–club6–club7 auf dem Tisch liegen und man hat die club4 oder club8 in der Hand, dann kann man sie auf den Tisch legen und so die Folge verlängern. Karten können auf diese Weise nur angelegt werden, wenn man an der Reihe ist, d. h. nach dem Ziehen und vor dem Ablegen.

Wenn man Karten ablegt und dabei alle seine Karten loswird (indem man eine zweite Meldung macht oder indem man alle seine Karten aufbraucht, indem man an andere vorhandene Meldungen anlegt [draufhaut]) ist diese Hand zu Ende gespielt und man gewinnt (siehe weiter unten). Sonst muss  man seinen Spielzug beenden, indem man eine Karte offen auf dem Ablagestapel ablegt. Wenn das die letzte Karte der eigenen  Hand ist,  hat man ebenfalls gewonnen; sonst ist der nächste Spieler zur Linken an der Reihe und das Spiel geht weiter.

Wenn niemand das Spiel beendet, indem er alle Karten hinlegt oder indem er alle seine Karten abspielt, wird der Stapel schließlich aufgebraucht sein. Nachdem ein Spieler die letzte Karte vom Stapel gezogen hat, geht das Spiel solange weiter, wie der folgende Spieler die letzte abgelegte Karte aufnimmt. Wenn aber ein Spieler vom Stapel ziehen möchte, wenn der Stapel aufgebraucht ist, dann ist diese Hand zu Ende gespielt.

Spielende und Zahlungen

Angenommen, dass niemand direkt nach dem Geben 49 oder 50 Punkte auf den Tisch gelegt hat, kann das Spiel auf vier verschiedene Arten enden.  

Ein Spieler hat alle seine Karten abgelegt ohne die letzte Karte auf den Ablagestapel zu legen
Das kann geschehen, wenn ein Spieler eine zweite Meldung ablegt oder wenn er bei drei Gelegenheiten an vorhandene Meldungen anlegt. Man sagt, der Spieler hat einen Tonk erzielt. Der Gewinner erhält den doppelten Einsatz von den anderen Spielern.
Ein Spieler legt alle Karten ab, aber er muss dazu die letzte Karte auf den Ablagestapel legen
Der  Spieler gewinnt, und alle anderen Spieler müssen ihm den vereinbarten Grundeinsatz zahlen.
Ein Spieler, der an der Reihe ist, legt alle seine Karten auf den Tisch
In diesem Fall legen alle Spieler ihre Karten, die sie noch in der Hand halten, offen auf den Tisch und addieren die Punktwerte von ihren abgelegten Karten.
  • Wenn der Spieler, der hingelegt hat, die niedrigste Punktzahl hat, dann gewinnt er und bekommt von jedem Spieler den vereinbarten Grundeinsatz.
  • Wenn der Spieler, der hingelegt hat, nicht die geringste Punktzahl hat, dann muss er den doppelten Grundeinsatz an alle Spieler zahlen, die den gleichen oder einen niedrigeren Punktwert haben. Zusätzlich erhält der Spieler, der tatsächlich den niedrigsten Punktwert hat, von den anderen Spielern, die nicht hingelegt haben, den Grundeinsatz. Falls zwei Spieler die gleiche niedrigste Punktzahl haben – ausgenommen der Spieler, der hingelegt hat – werden beide bezahlt. Das nennt man einen guten Fang.
Der verdeckte Stapel ist aufgebraucht
Der Spieler mit der niedrigsten Punktzahl bekommt den Grundeinsatz von den anderen Spielern.

Varianten

Oft wird nach dem Geben keine Karte offen neben den verdeckten Stapel gelegt, um damit den Ablagestapel zu beginnen. Der erste Spieler muss von diesem Stapel ziehen, und der Ablagestapel beginnt mit der ersten Karte, die dieser Spieler ablegt.

Viele Spieler verbieten es, eine Meldung in der eigenen Hand zu behalten. Wenn man eine Meldung von drei Karten in seiner Hand hat, muss man sie sofort ablegen. Das ist eine seltsame Regel, denn in vielen Fällen wäre es unmöglich für einen Gegenspieler zu erkennen, dass gegen dies Regel verstoßen wurde. Viele spielen mit der Ausnahmeregel, dass man eine Meldung von drei Assen in der Hand behalten darf.

Viele Spieler zahlen einem Spieler den doppelten Einsatz, wenn er zwei Meldungen auslegt, denn das heißt, dass er alle seine Karten ablegt ohne eine Karte auf den Ablagestapel legen zu müssen. Es wird aber nur ein einfacher Einsatz bezahlt, wenn er alle Karten ablegt, indem er bei anderen Meldungen anlegt, und zwar gilt das auch dann, wenn er keine Karte mehr auf den Ablagestapel legen muss. Viele spielen auch so, dass immer nur ein einfacher Einsatz gewonnen wird, wenn man alle Karten ablegt – das gilt selbst dann, wenn man eine zweite Meldung ablegt.

Es gibt fünf verschiedene Möglichkeiten der Zahlung, wenn der Spieler mit der geringsten Augensumme nicht der Spieler ist, der seine Karten auf den Tisch gelegt hat.

  • Der Spieler mit der niedrigsten Punktzahl bekommt von allen Spielern den einfachen Einsatz. Er bekommt einen doppelten Einsatz von dem Spieler, der die Karten hingelegt hat. (Der Spieler, der die Karten hingelegt hat, braucht also nur einem Spieler zu bezahlen, und zwar selbst dann, wenn mehrere Spieler weniger Punkte als er hatten.)
  • Wenn der Spieler, der die Karten hingelegt hat, nicht die geringste Punktzahl hat, zahlt er alle Einsätze, die sonst die anderen bezahlen müssten, an den Spieler mit der geringsten Punktzahl.
  • Der Spieler, der hingelegt hat, zahlt den Grundeinsatz an alle Spieler, die die gleiche oder eine niedrigere Punktzahl haben. Zusätzlich erhält der Spieler mit der geringsten Punktzahl einen Grundeinsatz von den übrigen Spielern. Man kann auch sagen: der Spieler, der hingelegt hat, zahlt dem Gewinner den doppelten Einsatz plus einen einfachen Einsatz für den Gewinner und für jeden, der eine gleich hohe oder niedrigere Punktzahl hat; der Gewinner bekommt einen einfachen Einsatz von allen, die mehr Punkte haben als der Spieler, der die Karten hingelegt hat.
  • Der Spieler, der die Karten hinlegte, zahlt allen anderen Spielern einfach den doppelten Einsatz.
  • Der Spieler, der die Karten hingelegt hat, zahlt den fünffachen Einsatz an den Spieler, der die geringste Punktzahl hat – es gibt keine anderen Zahlungen. Der Spieler verliert wie üblich bei gleicher Punktzahl; wenn zwei Spieler die gleiche niedrigste Punktzahl haben, bekommt der Spieler den Gewinn ausgezahlt, der näher beim Geber sitzt.

Wenn der Stapel aufgebraucht ist, sagt man auch häufig, dass die Hand tot ist und es gibt keine Zahlungen.

Viele Gruppen spielen mit Warten. Das funktioniert folgendermaßen:

  • Wenn man eine Meldung hingelegt hat, darf man die nächsten dreimal, wenn man dran ist, nicht hinlegen; man muss so lange warten, bis man das vierte Mal an der Reihe ist, nachdem man sein Buch oder seine Folge gemeldet hat, und darf erst dann hinlegen. Der Sinn dieser Regel ist es, dass man es dem ersten Spieler, der eine Meldung gemacht hat und dadurch seine Hand auf zwei Karten reduziert hat, nicht so leicht macht zu gewinnen, indem er einfach seine beiden Karten hinlegt, während die anderen Spieler noch fünf Karten auf der Hand haben.
  • Wenn man bei einem anderen Spieler auf eine Meldung „draufhaut“ (eine Karte anlegt), darf man beim nächsten Mal nicht hinlegen. Man muss warten, bis man das zweite Mal an der Reihe ist, nachdem man angelegt hat, bevor man hinlegen kann. Das ist eine Regel, die das Spiel des Gegenspielers verzögert, von dem man annimmt, dass er hinlegen will – man kann so seine Hand noch verbessern. Auch wenn man an eine eigene Meldung anlegt, darf man nicht das nächste Mal hinlegen, sondern muss bis zum übernächsten Mal warten.
  • Die Anzahl der Züge, die man warten muss, summiert sich: Wenn man eine Meldung ablegt, an die dann angelegt wird, oder an die zweimal angelegt wird, muss man die Anzahl der Runden addieren, die man warten muss.
  • Warten verhindert nicht, dass man gewinnen kann, indem man alle seine Karten los wird – wann immer man keine Karten mehr in der Hand hat ohne dass man Karten hinlegen musste, hat man automatisch gewonnen.

In vielen Runden gilt die Regel: wenn in einer Runde zweimal an die Meldung eines Spielers angelegt wurde, dann braucht er nur eine Runde zu warten, und kann dann schon hinlegen.

Bei der Anzahl der Runden, die man warten muss, gibt es Unterschiede. Z. B. wird so gespielt, dass der Spieler, an dessen Meldung angelegt wurde, drei Runden warten muss, und nicht nur eine. Andere spielen so, dass – wenn an die Meldung angelegt wurde – man nicht mehr die Hand durch Hinlegen beenden darf, und es auch nicht erlaubt ist zu gewinnen, indem man beim nächsten Zug alle Karten ablegt.

Einige haben vereinbart, dass man den doppelten Grundeinsatz bekommt, wenn man 50 Punkte zu Beginn hat, aber wenn man 49 Punkte hat, bekommt man nur den einfachen Grundeinsatz. Wenn ein Spieler 50 und ein anderer 49 Punkte hat, bekommt nur der Spieler mit 50 Punkten Geld.

Einige spielen so, dass man, wenn man nach dem Geben eine Hand mit 15 oder weniger Punkten hat, man das sofort ansagen muss (also wie bei 49 oder 50) und man bekommt von jedem Spieler sofort den doppelten Grundeinsatz ausgezahlt. Es sei denn, ein anderer hat auch einen automatischen Gewinn mit 49, 50 oder 15 oder weniger Punkte. In diesem Fall werden die Karten zusammengeworfen und es gibt keine Zahlungen. Andere haben die Regel, wenn man eine Hand von 9 oder weniger Punkten erhalten hat, bekommt man automatisch von allen anderen Spielern den dreifachen Grundeinsatz. Man hat uns auch geschrieben, dass bei 9 oder weniger Punkten nach dem Geben ein doppelter Grundeinsatz bezahlt wird, aber nichts, wenn es mehr als 9 Punkte sind, oder 49 und 50. Es wird auch berichtet, dass 13 oder weniger Punkte ein automatischer Gewinn ist.

Scott Sauri, hat eine Spielrunde in Washington DC und sagt, dass anfangs ein Tonk möglich ist mit 49 oder 50 Punkten oder mit 11 Punkten oder weniger. Wenn mehrere Spieler einen Tonk haben, gewinnt der beste Tonk: 50 schlägt 49, 11 schlägt 50, und eine noch niedrigere Punktzahl ist am besten.

Sean aus Newark, New Jersey spielt so, dass eine Hand nach dem Geben mit 50, 49 oder 13 und weniger Punkte doppelt gewinnt. 50 schlägt 49, 49, wird geschlagen von 13 oder weniger Punkten. Wenn mehr als ein Spieler unter 13 Punkten hat, gewinnt die kleinste Zahl. Bei gleichen Zahlen gewinnt der Spieler, der dem Geber am nächsten sitzt. In dieser Runde gibt es einen besonderen Gewinn, wenn man mit zwei Meldungen fertig macht, wenn man das erste Mal ans Spiel kommt: es gibt den vierfachen Grundeinsatz. Diesen besonderen Gewinn gibt es nicht, wenn man alle Karten los wird mit einer Meldung, dem Anlegen an die Meldung eines anderen Spielers und dem Ablegen der letzten Karte.

Phil aus Baton Rouge, Louisiana, berichtet, das Tonk dort mit einem Spiel von 40 Karten gespielt wird, also einem Standardspiel ohne die Achten, Neunen und Zehnen.
In Folgen kommt der Bube nach der Sieben, so dass 6–7–B oder 7–B–D regelgerechte Folgen sind. Zu Beginn des Spiels hat man mit 47 oder 50 Punkten einen Tonk, aber mit keiner anderen Punktzahl. (48 und 49 sind sowieso nicht möglich). Die Variante mit 40 Karten wurde auch in der US Army gespielt.

Hank T. Hebhoe beschreibt eine Variante von Tonk, wie sie in Rushville, Indiana gespielt wird. Es sind die folgenden Unterschiede:

  • Die Ausdrücke „drop“ (hinlegen) und „knock“ (klopfen) werden nicht benutzt. Wenn man ein Spiel beenden will, weil man glaubt, die geringste Anzahl von Punkten zu haben, sagt man „Tonk“.
  • Wenn man nach dem Geben (und nur direkt nach dem Geben) eine Hand mit fünf Bildkarten hat, ist das ein automatisches Rommé (es heißt bei dieser Variante nicht „Tonk“). Zehnerkarten zählen dabei nicht, und Punktwerte von 49 oder 15 und niedriger gewinnen nicht automatisch.
  • Wenn man gegen ein Tonk gewinnt – das heißt, wenn man eine gleiche oder niedrigere Punktzahl hat – sagt man „man hat ihn vor den Kopf gestoßen“ (you bumped his head).
  • Der Gewinn bei einem erfolgreichen Tonk ist ein Fünfcentstück von jedem Spieler, ein Zehncentstück für ein Rommé, wenn ein Spieler alle Karten losgeworden ist. Man kann höhere Einsätze vereinbaren: 10 Cent/20 Cent, sogar 1 Mark/2 Mark.
  • Wenn man vor den Kopf gestoßen wird, zahlt man doppelt Rommé (d. h. 10 Cent/20 Cent bei niedrigem Einsatz) nur an den oder die Spieler, die einen vor den Kopf gestoßen haben, und es gibt keine weiteren Zahlungen. Ein Spieler, der mehr Punkte als man selber hat, zahlt weder einem selbst,  noch irgendeinem anderen Spieler; er gewinnt oder verliert nichts.
  • Wenn der Stapel so weit abgespielt ist, dass er nur noch die gleiche oder weniger Karten enthält als Spieler vorhanden sind, sagt man, er ist versaut (boobed). Wenn der Stapel versaut ist, darf kein Spieler mehr Rommé machen; man kann nur noch Tonk machen. Macht zum Beispiel einer Rommé wenn der Stapel versaut ist, dann ist dessen Punktzahl natürlich Null. Nachdem er Rommé gemacht hat, muss er warten, bis er wieder an der Reihe ist, um dann seine Hand als Tonk mit null Punkten anzusagen. Zu diesem Zeitpunkt könnte auch ein anderer Spieler Rommé gemacht haben. Wenn keiner Rommé macht oder Tonk, bevor der Stapel verbraucht ist, dann gewinnt die Hand mit der niedrigsten Punktzahl, wenn keine Karten mehr im verdeckten Stapel liegen.
  • Wenn der verdeckte Stapel aufgebraucht ist und zwei haben die gleiche niedrige Punktzahl, gibt es keinen Gewinn; es ist einfach eine tote Hand.

Mike Foulds beschreibt eine Variante von Tonk, die die Taxifahrer in Chicago spielen:

  • Es gibt sechs Karten, die wie Joker behandelt werden: die vier Zweien und die beiden Joker.
  • „Die große 50“ - das sind 50 Punkte, die ein Spieler beim Geben bekommen hat – und das ist automatisch ein Gewinn des doppelten Grundeinsatzes. Wenn mehr als ein Spieler „Die große 50“ hat, gibt es meist keinen Gewinn und die Hand ist tot (wenn auch einige so spielen, dass der Spieler, der am nächsten zum Geber sitzt, einen doppelten Einsatz gewinnt; irgendwelche anderen Spieler gewinnen nichts).
  • Wenn ein Spieler 13 oder weniger Punkte nach dem Geben in der Hand hat, gewinnt der Spieler mit der niedrigsten Punktzahl einen doppelten Einsatz, und alle anderen mit 13 oder weniger Punkten gewinnen nichts. Haben zwei die gleiche Punktzahl, gewinnt keiner etwas.
  • Wenn man 49 Punkte bekommen hat, kann man einen einfachen Gewinn einfordern, aber erst dann, wenn man das erste Mal zum Spielen an der Reihe ist und kein Spieler vorher Rommé gemacht hat. In einigen Runden gewinnt man einen doppelten und nicht einen einfachen Einsatz für „49-beim-Spiel“.
  • Das Spiel beginnt, ohne dass eine erste Karte für den Ablagestapel hingelegt wird. Wenn man die Zahl seiner Handkarten vermindert, indem man eine Karte an eine Meldung anlegt, kann man nicht mehr bei Tonk den doppelten Einsatz verdienen, man bekommt nur den einfachen Einsatz.
  • Wenn man „hereingelegt“ wird, also wenn man seine Karten hinlegt und einer der Gegenspieler hat die gleiche oder eine niedrigere Punktzahl, muss man diesem Spieler den doppelten Einsatz zahlen.
  • Wenn man Tonk nach dem Geben erzielt, bedeutet das: man nimmt eine Karte des Ablagestapels oder eine Karte des verdeckten Stapels, wenn man das erste Mal an der Reihe ist, und kann dann zwei Meldungen hinlegen - damit gewinnt man den doppelten Einsatz. Im weiteren Spiel kann man immer noch mit zwei Meldungen gewinnen, aber man gewinnt nur einen einfachen Einsatz.
  • Meldungen in seiner Hand zu behalten und nicht auszulegen ist durchaus erlaubt.

Lenie Lepape beschreibt eine Variante von Tonk, wie sie in Washington State USA mit zwei bis sechs Spielern gespielt wird, wobei allerdings vier Spieler als die beste Anzahl von Spielern empfohlen wird.

  • Statt nach jeder Hand gleich zu zahlen, wird es vorgezogen, die Ergebnisse in einer Liste festzuhalten – Pluswerte für die Gewinner, Minuswerte für die Verlierer. Zum Beispiel wenn in einem Spiel mit vier Spielern der Gewinner +3 bekommt, erhalten die anderen Spieler jeder -1. Die Summe für alle Spieler sollte immer Null ergeben, und die Spieler rechnen am Schluss ab, sie zahlen oder gewinnen den Betrag des letzten Eintrags.
  • Ein Spieler, der beim Geben 50, 49 oder 14 und weniger Punkte erhält, kann sofort seinen Gewinn einfordern, hier Doppel-Tonk genannt; er gewinnt 2 Punkte von jedem Gegenspieler (z. B. +6/-2/-2/-2 bei vier Spielern). Wenn zwei oder mehr Spieler einen Doppel-Tonk haben, werden alle ausgezahlt.
  • Ein Spieler, an dessen Meldung eine Karte angelegt wurde, muss eine Runde warten, bevor er hinlegen kann, aber er braucht nicht zu warten, wenn er eine Meldung hingelegt hat.
  • Wenn ein Spieler hinlegt und ein anderer Spieler hat gleich viel oder noch weniger Punkte, verliert dieser Spieler 2 Punkte an jeden Spieler im Spiel, und der andere Spieler gewinnt den gleichen Betrag, während die anderen Spieler nichts gewinnen oder verlieren. Wenn ein Spieler gegen zwei Spieler verliert, die die gleiche niedrigere Punktzahl haben, dann muss der Spieler an beide zahlen.

Tony Jacobs beschreibt eine andere Variante, bei der es um Punkte geht, „Hochtreiben“ („push-ups“) genannt. Es gelten alle normalen Regeln für einen Gewinn, aber die Punktzahl der Verlierer wird hochgetrieben um den Punktwert der Karten, die sie noch in ihrer Hand halten. Im Falle eines doppelten Gewinns, entweder weil man zwei Meldungen auslegt oder weil man 49 oder 50 in der ausgeteilten Hand hat, werden die anderen Spieler um den doppelten Wert in ihren Händen hochgetrieben. In diesem Spiel ist es das Ziel, so wenig Punkte wie möglich zu bekommen.

Einige fügen dem Kartenspiel zwei Joker hinzu. Ihr Punktwert ist Null und sie können bei Meldungen nicht benutzt werden.

In anderen Spielrunden zählt der Bube 11, die Dame 12 und der König 13. Wenn man so spielt, würde der automatische Gewinn mit 49 oder 50 Punkten zu häufig vorkommen, und deshalb gibt es diesen Gewinn nicht.

Eric Dee berichtet, dass Tonk in Seattle, USA ein beliebtes Spiel bei Gewerkschaftlern ist, es wird von Hafenarbeitern und Arbeitern gespielt. Der Hauptunterschied ist der, dass jeder Spieler anfangs sieben Karten bekommt und nicht fünf. Ein anderer Briefschreiber berichtet, dass er Tonk mit sieben Karten mit Matrosen in Vietnam gespielt hat, wobei ein Kartenspiel von 40 Karten benutzt wurde, also ein Standardkartenspiel ohne Achten, Neunen und Zehnen. Verschiedene amerikanische Bücher beschreiben eine Variante mit einem Standardkartenspiel von 52 Karten, bei dem sieben Karten am Anfang gegeben werden, aber das Spiel mit fünf Karten scheint am weitesten verbreitet zu sein.

Es folgen einige Varianten aus Spielbüchern, die aber in der Praxis wohl recht selten sind.

  • Einige erlauben es nicht, dass zu einem Buch von 3 Karten noch eine vierte Karte dazugelegt wird, ein Erweiterung von Folgen aber ist erlaubt.
  • Einige erlauben nur, dass nur eine einzige Karte an eine Meldung angelegt werden kann, wenn man an der Reihe ist.
  • Andere spielen so, wenn man eine Karte anlegt, um eine auf dem Tisch liegende Meldung zu verlängern, dann legt man keine Karte mehr auf dem Ablagestapel ab.
  • Oft gibt es die Regel, dass – wenn man eine Karte vom Ablagestapel nimmt – man diese Karte nicht in seine Handkarten aufnehmen darf, sondern sie sofort für ein Buch oder eine Folge benutzt werden muss.

Wenn ein Spieler, der an der Reihe ist, den verdeckten Stapel berührt, dann muss er die oberste Karte vom Stapel ziehen. Es ist ihm nicht mehr erlaubt, die oberste Karte vom Ablagestapel zu nehmen, wenn er den verdeckten Stapel berührt hat.

Einige Spieler spielen so: Wenn ein Spieler eine Karte ablegt, die an ein Buch oder eine Folge auf dem Tisch angelegt werden könnte, dann kann der erste Spieler, der auf diese Karte mit der Hand schlägt, die Karte an das entsprechende Buch oder die entsprechende Folge anlegen und zugleich eine zusätzliche Karte aus seiner Hand ablegen. Wenn der Spieler, der auf den Ablagestapel geschlagen hat, derselbe Spieler ist, der diese Karte abgelegt hat, dann wird diese abgelegte Karte an die entsprechende Meldung angelegt, aber der Spieler hat jetzt nicht die Möglichkeit, eine zusätzliche Karte abzulegen. Danach geht das Spiel normal weiter. Ein Beispiel: wenn Bill, Joe und Tommy in dieser Reihenfolge spielen, und Bill eine Karte ablegt, die man spielen könnte, dann gilt:

  • wenn Bill seine eigene Karte schlägt, dann kann er sie an das Buch oder die Folge anlegen, aber er darf keine zusätzliche Karte ablegen. Das Spiel geht normal weiter, und Joe ist an der Reihe.
  • Wenn Joe auf die Karte schlägt, dann spielt er die Karte an das Buch oder die Folge, legt eine Karte ab, und spielt dann weiter, weil er an der Reihe ist.
  • Wenn Tom auf die Karte schlägt, legt er die Karte an das Buch oder die Folge an und legt eine Karte ab. Das Spiel geht mit Joe normal weiter, denn er ist an der Reihe.
  • Wenn niemand auf die Karte schlägt, bevor Joe seinen Spielzug beginnt (d. h. er zieht eine Karte vom Stapel oder er nimmt die Karte vom Ablegestapel auf und ordnet sie in seine Hand ein), dann ist die Karte „tot“ und sie kann zu diesem Zeitpunkt nicht mehr geschlagen werden. Wenn Joe die Karte aufgenommen hat, ohne vorher draufgeschlagen zu haben, kann er die Karte an ein Buch oder eine Folge anlegen, aber er darf keine zusätzliche Karte mehr ablegen.

Manchmal wird bei dieser Variante so gespielt, dass der Spieler, der als nächster an der Reihe ist, den Vorrang hat und immer den Wettlauf um diese Karte gewinnt, wenn er diese Karte in einer Meldung benutzen kann; aber er kommt nicht noch einmal an die Reihe, wenn er so vorgegangen ist.

Einige spielen in ihren Spielrunden bei den letzten Austeilungen um doppelte Einsätze. Der Geber sagt dies an mit den Worten: „Die teure Runde“.

Man kann auch noch mit zusätzlichen Wetten spielen. Z. B. nennt der Geber vor dem Geben eine Farbe , und die Spieler können darauf wetten, wer die höchste Karte in dieser Farbe bekommt. Diejenigen, die wetten wollen, zahlen einen vereinbarten Einsatz in eine Kasse, und sie legen die höchste Karte dieser Farbe beiseite (wenn sie eine Karte dieser Farbe haben). Diese Karte gehört zu ihren normalen Handkarten: sie bleibt verdeckt liegen, bis sie im Spiel eingesetzt wird, und zwar kann sie wie jede andere Karte abgelegt oder gespielt werden. Der Spieler, der die höchste Karte der angesagten Farbe hat, gewinnt die Kasse. Eine andere mögliche Wette ist „die erste Folge“, die im Spiel ausgelegt wird. Spieler, die bei dieser Wette mitmachen, müssen nach jedem Geben einen Einsatz in die Kasse zahlen, bis einer die Kasse gewonnen hat.

Andere WWW Tonk Seiten und Software

Es gibt ein Tonk Computerprogramm bei Unique Games

Das Game Cabinet hat eine Tonk page, mit einer kurzen Zusammenfassung der Regeln.


Literaturangaben

  • In Penniless Blues (New York, Putnam, 1955) schreibt Mel Heimer: „Will war meist der beste Tonkspieler – das ist ein Kartenspiel, das bei den Negermusikern in Duke Elllingtons Orchester wirklich beliebt war.“
  • Der Trompeter Rex Stewart (1907-1967), der 1934 zu Duke Ellingtons Orchester kam, erinnert sich in seinen Jazz Masters of the Thirties (Da Capo Press, 1972): „Die Spieler bei Duke Ellington waren keine Ausnahme, und wir spielten sehr viel Tonk (das ist eine schnelle Art von Gin Rummy).“