Jamaikanisches und karibisches Domino

Diese Seite beruht  zum Teil auf Beiträgen von Robert Ebanks.

Einleitung

Auf Jamaika werden hauptsächlich zwei Arten von Domino gespielt: das Spiel mit Partner (am beliebtesten und auf Weltturnieren gespielt) und Cut Throat (dabei spielt jeder Spieler für sich selbst). Eine Variante, die als Französisches Domino bezeichnet wird, wird ebenfalls beschrieben.

Das Spiel mit Partner

Es kann nur zu viert gespielt werden. Es wird an einem quadratischen Tisch gespielt, wobei die Partner einander gegenüber sitzen. Jeder Spieler spielt so, dass er seinem Partner und sich selbst hilft, während er gleichzeitig den Gegner zum Passen zwingt.

Spielmaterial

Es wird ein Dominosatz mit der Doppelsechs benutzt.

Verteilung der Steine

Jeder Spieler bekommt 7 Steine.

Das Spiel

Das erste Spiel wird von dem Besitzer der Doppelsechs begonnen. Bei Turnieren muss dieser Spieler die [6-6] vorsetzen. In informeller Runde kann der Besitzer der [6-6] ansagen, dass er die Doppelsechs hat und dann einen beliebigen Stein spielen.

Beim zweiten und jedem folgenden Spiel spielt das Team, das das Spiel gewonnen hat, zuerst aus. Nachdem sie ihre Steine angesehen haben, können die beiden Spieler dieses Teams diskutieren, wer von ihnen anfangen soll. (Aber es ist nicht erlaubt, dem Partner zu sagen, welche Steine er hat.) Der Spieler, der beginnt, kann jeden beliebigen Stein vorsetzen.

Es wird gegen den Uhrzeigersinn gespielt. Wie üblich besteht ein Zug darin, dass man einen Stein an ein Ende der Auslage anlegt, und der angelegte Stein muss mit seiner Zahl mit dem Ende des Steins in der Auslage übereinstimmen. Es ist Tradition, dass Doppelsteine quer angelegt werden. Wenn ein Spieler keinen Stein anlegen kann, muss er passen.

Ein Spiel ist zu ende, wenn ein Spieler als erster alle seine Steine anlegen konnte, oder wenn das Spiel gesperrt ist, also niemand mehr einen Stein spielen kann.

  • Wenn ein Spieler alle seine Steine anlegen kann, dann gewinnt das Team dieses Spielers dieses Spiel.
  • Wenn das Spiel gesperrt ist, gewinnt das Team, von dem ein Spieler die geringste Anzahl von Punkten hat. Es spielt keine Rolle, was sein Partner noch für Steine  hat. Zum Beispiel: Das Spiel ist gesperrt, und Nord hat [5-5], Süd hat [1-1], Ost hat [2-2], West hat [5-1] – dann gewinnt Nord-Süd, weil Süd die [1-1] hat; es spielt dabei keine Rolle, dass Nord-Süd zusammen mehr Punkte haben als Ost-West.
  • Wenn das Spiel gesperrt ist und ein Spieler hat genauso wenige Punkte wie ein Spieler des gegnerischen Teams, dann ist dieses Spiel unentschieden, und es spielt keine Rolle, wie viel Punkte die anderen beiden Spieler haben.

Wertung

Nach einem Spiel bekommt das Team, das gewonnen hat, einen Punkt.

Das Ziel ist, sechs Mal hintereinander zu gewinnen – also nach mehreren Spielen 6 zu 0 Punkte erreicht zu haben. So lange, wie ein Team hintereinander Spiele gewinnt, fügen sie ihrer Gewinnsumme Punkte hinzu. Wenn aber das andere Team ein Spiel gewinnt, dann steht es wieder 0 – 0, und das nächste Spiel wird von dem Spieler, der die Doppelsechs hat, begonnen.

Ausnahme: Diese Variante wird häufig gespielt: Wenn der Spielstand 1 – 1 ist, dann wird nicht von beiden Teams wieder bei Null angefangen, sondern es wird ein Entscheidungsspiel gespielt. Das Team, das jetzt gewinnt, hat dann einen Punktestand von 2 – 0 und beginnt das nächste Spiel.

Bei einem Unentschieden, wird ein neues Spiel gespielt. Wenn der Spielstand 0 – 0 war, beginnt der Besitzer von [6-6] dieses neue Spiel, aber dieses Spiel ist dann 2 Punkte wert, so dass das gewinnende Team dann einen Punktestand von 2 – 0 hat. Wenn ein Team schon Punkte erzielt hat, dann beginnt dieses Team das nächste Spiel, und – wenn sie dieses Spiel nach einem Unentschieden  gewinnen – dann bekommen sie zwei Punkte. Wenn das führende Team aber dieses Spiel verliert, dann ist der Punktestand wieder 0 – 0.

Wenn das erste Wiederholungsspiel wieder ein Unentschieden ist, dann wird ein zweites Wiederholungsspiel gespielt, das dann 3 Punkte wert ist, und wenn das wieder ein Unentschieden ist, dann ist das dritte Wiederholungsspiel 4 Punkte wert, usw. Das bedeutet also, wenn der Spielestand 0 – 0 war oder das führende Team gewinnt, dann bekommen die Gewinner die entsprechende Punktzahl (einen Punkt für das laufende Spiel und einen Punkt für jedes unentschiedene Spiel, das voranging); wenn aber das führende Team verliert, ist der Punktestand einfach wieder 0 – 0.

„Cut throat Domino“ = jeder gegen jeden

Die Verteilung der Steine

Wenn „Cut throat“ gespielt wird, dann hängt die Anzahl der Steine, die jeder Spieler zu Beginn eines Spieles bekommt, von der Anzahl der Spieler ab.

  • Bei 2 Spielern bekommt jeder 14 Steine. (Es kann ausgemacht werden, dass jeder nur 7  Steine bekommt und die restlichen Steine einen Talon bilden, von dem ein Spieler ziehen muss, wenn er nicht spielen kann.)
  • Bei 3 Spielern bekommt jeder Spieler 9 Steine, und die Doppelnull wird vorher beiseitegelegt.
  • Bei 4 Spielern bekommt jeder 7 Steine.

Spiel und Wertung

Es wird wie beim Partnerspiel gespielt. Jeder Spieler führt ein eigenes Punktekonto, und der Spieler, der als erster 6 Punkte hat, ist der Gewinner – vorausgesetzt, dass mindestens ein Spieler einen Punktestand von Null hat. Wenn jeder einmal ein Spiel gewonnen hat, bevor einer 6 Punkte erreicht, dann beginnen wieder alle mit dem Punktestand Null.

Französisches Domino

Es ist ein Viererspiel, und jeder spielt nur für sich (wie bei „Cut Throat“). Jeder Spieler zieht 7 Steine und der Besitzer der Doppelnull beginnt das Spiel.

Es wird gegen den Uhrzeigersinn gespielt. Zunächst müssen vier Steine mit einer Null an die vier Seiten von [0-0] gespielt werden, bevor irgendwelche andere Steine gespielt werden dürfen. Es entsteht so eine Auslage mit vier Armen. Der nächste Stein, der an einen der vier Arme gespielt wird, muss der entsprechende Doppelstein sein. Sobald ein Doppelstein an einem Arm angelegt ist, kann an diesem Arm normal weitergespielt werden. (Es ist nicht notwendig zu warten, bis alle vier Doppel angelegt wurden.) Das Spiel gewinnt der Spieler, der als erster alle seine Steine angelegt hat.

Wertung

Am Ende eines Spieles wird die Anzahl der Punkte auf den Steinen, die ein Spieler noch auf der Hand hat, fortlaufend addiert. Wenn ein Spieler noch einen Doppelstein in seiner Hand hat, wird seine Punktzahl verdoppelt. Eine Partie ist zu Ende, wenn ein Spieler 100 Punkte erreicht; das ist der Verlierer. Der Spieler, der zu diesem Zeitpunkt die geringste Anzahl an Punkten hat, ist der Gewinner.

Chiva

In Puerto Rico wird dieses Spiel auch Shutout genannt; es wird auf der Seite von Jose Carrillo beschrieben. Das Viererspiel ist ähnlich dem jamaikanischen Spiel mit Partner, das weiter oben beschrieben wurde. Der Unterschied besteht darin, dass man nur 4 Siegpunkte nacheinander erzielen muss, um eine Partie zu gewinnen. Gesperrte Spiele werden normalerweise von dem Team gewonnen, das die geringste Anzahl von Punkten hat. Der Spieler mit der geringsten Anzahl von Punkten dieses gewinnenden Spiels beginnt das nächste Spiel.

Chiva mit zwei oder drei Spielern wird als ein Dominospiel mit Ziehen gespielt, jeder Spieler bekommt anfangs 7 Steine. Ein Spieler, der keinen Stein anlegen kann, zieht so lange vom Talon, bis er einen Stein anlegen kann oder der Talon aufgebraucht ist. Beim Dreierspiel gewinnt man die Partie mit 4 Gewinnpunkten, vorausgesetzt einer der anderen Spieler hat noch keinen Punkt.

Jose Carrillo beschreibt auch noch die Dominospiele Quinientos, Doscientos und Gallinazo in Puerto Rico.